Gülle Stopp für die Grafschaft

 Kein Import von Sondermüll aus Massentierställen in unsere Region!
Unsere Bürgerinitiative wehrt sich gegen eine Gülleverklappung auf Grafschafter Äckern

Gülle stinkt © Volker Jost
Am 27.08.2016 demonstrierte die Bürgerinitiative gegen Gülleimporte, offene Güllelager und Massentierhaltung gegen die stinkende Brühe auf den Ackerflächen im Gemeindegebiet.
Auch wenn es um das geplante offene Güllebecken mit etwa 5,5 Mio Litern in diesem Jahr wegen einer
laufenden Klage zum abgelehnten Bau
antrag eher ruhig war, so sprachen sich die Demonstranten energisch gegen dieses industrielle Güllelager in Wohnortnähe aus.

Etwa 80 Mitglieder und Unterstützer trafen sich am Rande des Gelsdorfer Gewerbegebiets und machten ihrem Unmut Luft in einer Protestversammlung mit der Forderung: „Kein Import von Sondermüll aus Massentierställen in unserer Region – Gülle-Stopp für die Grafschaft“. Vor allem die Schweinegülle erregt mit ihrem wiederlichen Gestank immer wieder die Gemüter der Bürger, die sich der Düngepraxis der Landwirte hilflos ausgeliefert sehen.

Die Landwirte handeln zwar rechtlich einwandfrei, wenn sie sich an die Vorgaben der Düngerverordnung halten, jedoch erkennt die Bürgerinitiative keinerlei Bereitschaft der Landwirte,auf die Bedürfnisse der Anwohner Rücksicht zu nehmen. Auch beweist die Praxis, dass es schwarze Schafe unter den Landwirten gibt, die den guten Ruf der Landwirtschaft insgesamt aufs Spiel setzen. Mehreren Landwirten konnte der Verstoß gegen die „gute fachliche Praxis“ nachgewiesen werden, was Bußgeldverwarnungen der Aufsichtsbehörde zur Folge hatte.“

Unsere Forderungen kurz zusammengefasst:

     NEIN   zu offenen Güllebecken

     Stopp für Gülleverklappung, nicht nur auf Grafschafter Ackerflächen

     Stopp Nitratbelastung der Böden und des Grundwassers durch Überdüngung. Wasserrecht vor Düngerecht.

     Einführung eines Nitratkatasters für die Grafschaft durch Bau von Grundwassermessstellen

     Stopp Belastung für Flora & Fauna durch die industrialisierte Landwirtschaft und Pestizideinsatz

     Stopp der vorbeugenden Antibiotikagabe in Massentierställen und damit der zunehmenden Resistenzen.

     Stopp Massentierställe mit qualvoller Enge und einem würdelosen kurzen Leben für die Tiere

     Stopp der Produktion von Billigfleisch

     Stopp Massentierställe, sie erzeugen jährlich 2 Billionen kg Gülle, die entsorgt werden muß

     Stopp Monokulturen zur Futtererzeugung und als Lieferant für Biogasanlagen

     Mehr  Kontrollen der Aufsichtsbehörden

     Förderung einer qualitativen bio-landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat im Auftrag der Bundesregierung in seinem jüngsten Umweltgutachten sowohl beim Gesetzgeber als auch bei der Landwirtschaft fehlenden Fortschritt beim Umweltschutz angemahnt. Alle Umweltverbände warnten schon seit langer Zeit vor den Folgen der industrialisierten Landwirtschaft. Diesen Warnungen schließen wir uns vorbehaltlos an.

Die Agrarlobby preist die Gülle, im Fachjargon auch Wirtschaftsdünger genannt, als wertvollen Dünger an. Wir nennen es Sondermüll, der auf Ackerböden verklappt wird und die Bürger mit dem elendigen Fäkaliengestank belästigt. Die riesigen industriellen Massentierställe in den Niederlanden und vom Münsterland über Norddeutschland bis hin nach Mecklenburg- Vorpommern können nicht genügend eigene Flächen zur Entsorgung nachweisen. Güllebörsen vermittelten die Transporte inzwischen in sehr viele Regionen Deutschlands und eben auch in die Grafschaft.

Wir fordern eine Neuausrichtung der Agrar- und Subventionspolitik hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Deshalb appellieren wir auch an die Politik, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen mit einer Gesetzgebung, die den Schutz der Bevölkerung, der Natur, der Nutztiere und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft fördere.

Diese Demo veranlasste den Vorsitzenden des hiesigen Kreis Winzer- und Bauernverbands zu einem Leserbrief: Alle prügeln auf die Bauern ein
Antwort von Ulrich Hermanns  Wir prügeln nicht
Nachfolgender Leserbrief von Ralf Schmidt, Jagdpächter und „Naturschützer“  Dank an die Landwirte
Antwort von Ulrich Hermanns  Blühende Landschaft?