Schwierige Zeiten

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Den Landwirten fehlt Planungssicherheit. Am 25.10.2016 sprach Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) auf einem Landwirtschaftstag in Bonn. Er versprach den Bauern mehr Planungssicherheit angesichts der Preistiefststände.

 

 

Schmidt sagte: „Wenn es um die Zukunft der Landwirtschaft geht, dann geht es um einen gesellschaftlich akzeptierten Umgang mit unseren Nutztieren, um eine nachhaltige Nutzung der Umwelt, um die Attraktivität unserer ländlichen Räume und es geht um die bäuerliche Existenz.“. Jedoch müsse sich die Landwirtschaft, die zur Mitte der Gesellschaft gehört, auch bewegen.

 

Als Beispiel nannte er die Novelle des Düngerechts. „Da müssen wir aufeinander zugehen.“ Lebensgrundlagen wie sauberes Trinkwasser seien der Bevölkerung als politisches Thema wichtig. Die Umwelt dürfe nicht gegen die Landwirtschaft ausgespielt werden. Die Bundesregierung habe sich gerade nach langem Streit auf einen Kompromiss zur Novelle des Düngerechts geeinigt. Ab 2018 wird für große Betriebe die Hoftorbilanz eingeführt, die Landwirte dazu verpflichtet, die Nährstoffströme genau zu bilanzieren. Dagegen gab es lange grossen Widerstand. Damit soll unter anderem eine zu große Belastung des Grundwassers mit Nitraten verhindert werden.

 

Die Nitratgrenzwerte des Grundwassers würden in vielen Gegenden Deutschlands immer häufiger überschritten. Hauptverursacher ist die Landwirtschaft. Mastbetriebe erzeugen zu viel Gülle, die oft über lange Transportwege bis an die Ackerflächen transportiert wird.

 

 

Herr Minister, wir stimmen Ihnen zu
und dürfen gespannt sein, wie ernst diese Äußerungen eines Landwirtschaftministers gemeint sind, hat doch die Vergangenheit eher gezeigt, dass die Agrarlobby verstanden hat, ihre Interessen bestens zu vertreten. Probleme werden kleingeredet, auch in der Grafschaft. Man schuldet niemandem Rechenschaft. Landwirte rechtfertigen Ihre Arbeitsweise immer nur mit der „guten fachliche Praxis“. Wir vermissen hier den Respekt vor den Tatsachen! Viele Bauern ignorieren die Nitratbelastung des Grundwassers beim Düngen, sie hätten die Praxis der Düngung bestens im Griff.

 

Alle anderen scheinen sich zu irren?
Die EU Kommission, die vor dem europäischen Gerichtshof eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen dauerhaft zu hoher Nitratwerte im Grundwasser eingereicht hat, die Wissenschaftler im Sachverständigenrat für Umweltfragen, die Beiräte für Agrarpolitik, auch die Umweltverbände, die für das neue Düngerecht noch strengere Regeln fordern als bislang geplant.

Es liegen bedenkliche Berechnungen des Bundesumweltamtes vor, dass viel mehr Stickstoff auf die Felder kommt, als mit der Ernte abgefahren wird.

Und die Wasserversorger, die irren sich sowieso!

Es hat schon gewisse tragische Züge angenommen, da man offenbar ein Umdenken und Umlenken in der Landwirtschaft nicht für nötig hält? Die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Landwirte trägt wohl noch zusätzlich zu dieser Verweigerung bei.

 

 

Die Inhalte der Novelle der Düngeverordnung dürften erste Rückschlüsse zulassen und wir nehmen Sie beim Wort Herr Minister!