Grünbuch und Tierwohllabel

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www.oekolandbau.de © BLE Bildautor: Thomas Stephan

 

Am 30. Dezember 2016 hat Bundeslandwirtschaftsminister das  „GRÜNBUCH“ vorgestellt. Sein Ziel, so die offizielle Version seiner Ankündigung: „Brücken zu bauen zwischen Landwirten und Verbrauchern – für ein besseres Verständnis, für eine größere Akzeptanz und für mehr Transparenz“.

 

 

Nach nunmehr drei Jahren im Amt ist seine Bilanz äusserst mager. Lediglich ein „Ankündigungsminister“ sei Christian Schmidt, so die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD Elvira Dobrinski-Weiß, MdB. In der Ausgabe 02/2017 des SPIEGEL wird er gar als „Ignorant“ bezeichnet, da er Vorschläge für eine nachhaltigere Alternative zur Agrarindustrie ausser Acht lasse.

 

Der Protest von besorgten und verärgerten Bürgern, Landwirten und Umweltorganisationen bringt es auf der Grossdemo am 21. Januar 2017 in Berlin auf den Punkt:

„WIR-HABEN-ES-SATT“

Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sagt gegenüber dem ZDF, Schmidt sei ein Garant dafür, dass er immer sehr nah an der Agrarindustrie und an der Spitze des Deutschen Bauernverbands (DBV) agiere. Dort säßen die Verursacher. Kleine bäuerliche Betriebe wollen mehr Tier- und Umweltschutz und verlangen von der Politik dafür die Vorgabe eines Rahmens, der eine wirtschaftliche Absicherung garantiert.

 

Trotz klarer Vorschläge verschiedener Organisationen Greenpeace: Kursbuch für eine Agrarwende 2050 und Germanwatch: Fundamente statt Säulen oder Tierschutzorganisationen Wertschöpfung schaffen , und sogar aus dem eigenen Haus, dem wissentschaftlichen Agrar-Beirat des Landwirtschaftsministeriums Gutachten Nutztierhaltung bietet Minister Schmidt für die Probleme der Bauern keine Lösung, kein klares Konzept für die Zukunft der Landwirtschaft.

Nein Herr Minister, auf Ihre gut gemachten PR Maßnahmen auf der Homepage des Landwirtschafts- ministeriums fallen wir nicht herein. Lauter Ankündigungen, keine konsequenten Lösungen. Ihre Forderung in einer Ausgabe der BILD im Dezember 2016 zu mehr Schweinefleischverzehr in der Schulverpflegung formulieren Sie ungeniert im Sinne der Agrarwirtschaft. Und nun belästigten Sie uns kürzlich mit der Vorstellung eines Tierwohllabels, vom Steuerzahler finanziert!

 

  • Startermin vielleicht 2018/2019, dann ist er wohlmöglich (hoffentlich) nicht mehr im Amt.
  • Es fehlen die Teilnahmebedingungen.
  • Kein Hinweis auf freien Auslauf, auf Stroh und mehr Platz im Stall und kein Hinweis zu Spaltböden.
  • Leider nur freiwillige Teilnahme vorgesehen.

Die Interessen der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sind oft andere, als die Interessen der Verbraucher. Freiwillig werden es wohl die machen, die es selbst schon praktizieren und vormachen. Die Diskrepanz zwischen den überzeugten Willigen und denen, die Tierwohl mit den Gesetzmäßigkeiten der Betriebswirtschaft gleichsetzen, wird größer.

Selbst der wissenschaftliche Agrarbeirat aus dem Hause des Landwirtschaftsministers erwartet bei der freiwilligen Teilnahme am Tierwohllabel maximal 20% Marktanteil.

87% der Bevölkerung wünschen eine deutlich bessere Tierhaltung und viele dieser Menschen wären auch gerne bereit, mehr dafür zu zahlen.

Etwa so, Herr Minister, stellen wir uns Tierwohl vor: