Güllebecken im Hunsrück

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© Ulrich Hermanns

 

Das Bauamt der Kreisverwaltung 55765 Birkenfeld hat einem Landwirt eine Baugenehmigung zum Bau eines offenen Güllebeckens erteilt. Die Bürger der Gemeinde Meckenbach, an dessen Ortsrand das Becken gebaut werden soll, erreichte diese Nachricht völlig unerwartet.

 

Nun ist die Besorgnis aus vielerlei Gründen sehr gross.

 

 

Hier zunächst ein Überblick:

Die Ortsgemeinde Meckenbach gehört ebenso wie die des Landwirts zur Verbandsgemeinde Birkenfeld im Landkreis Birkenfeld. Der Landkreis liegt unmittelbar an der Grenze von Rheinland-Pfalz zum Saarland. Die erste Übersichtskarte gibt einen Eindruck zur Entfernung des Hofs des betreffenden Landwirts in Abentheuer vom geplanten Bauplatz am Ortsrand von Meckenbach.
Die Entfernung beträgt Luftlinie 4,2 km.

Der zweite Überblick zeigt die Distanz von 330 m vom Bauplatz zu den ersten Häusern am Ortsrand. Beim Besuch der HP von Meckenbach fällt sofort ins Auge, dass ausgerechnet in diesem Ortsrandgebiet  ein Neubaugebiet ausgewiesen ist.

Die Fakten:

  • Nach § 35 Baugesetzbuch (BauGB) „Bauen im Aussenbereich“ kann der Bauantrag genehmigt werden, wenn alle notwendigen Voraussetzungen geprüft sind und keine Einwände bestehen.
  • Der Landwirt möchte seinen Milchkuhbestand von etwa 350 auf bis zu 600 Kühe erweitern.
  • Das momentan noch gültige Düngegesetz/Düngeverordnung schreibt einem Landwirt mit Viehbestand in Abhängigkeit von der Stückzahl genau vor, wie gross ein Gülle-Vorratslager für sechs Monate ausfallen muss. Im Zusammenhang mit der Stückzahl spricht man von Vieheinheiten (VE) und Grossvieheinheiten (GV) . Eine Berechnung zum Güllelagerraumbedarf wird hier gut erklärt.
  • Am Hof des Landwirts ist bereits ein Güllelager vorhanden. Es ist davon auszugehen, dass das erforderliche Volumen dieses Vorratslagers dem momentanen Tierbestand entspricht, aber nicht zusätzlich die zukünftig anfallende Güllemenge aufnehmen kann.

 

Die besorgten Bürger sehen mit grosser Sorge auf das Entstehen dieser „Bausünde“ im Naturschutzgebiet und fragen sich nun:

  • Der Hof des Landwirts liegt Luftline 4,2 km entfernt von Meckenbach. Warum soll das Gülle-Lager ausgerechnet nahe am Ortsrand im Naturschutzgebiet errichtet werden?
  • Warum baut der Landwirt das erforderliche Güllebecken nicht auf seiner grossen Hoffläche oder auf einer Ackerfläche in seiner Nähe?
  • Wie stark werden die Bürger von den Emissionen dauerhaft betroffen sein, denn man kennt den Gestank zur genüge, wenn rund um das Dorf Äcker und Grünland mit Gülle gedüngt werden?
  • Wie stark werden das Allgemeinwohl und die Gesundheit der Bürger von diesem Becken betroffen sein?
  • Gülle enthält nach wissenschaftlich anerkannten Nachforschungen multiresistente Keime. Lauert in der stinkenden Fäkalie eine Gefahr für die Menschen im Dorf?
  • Am 14.11.2016 warnte die Kreisverwaltung vor E.-Coli Keimen im Trinkwasser. Trinkwasser musste abgekocht werden. Gibt es wohl einen Zusammenhang mit der Gülledüngung?
  • Werden die Immobilienwerte durch diese Emissionen beeinträchtigt?
  • Wie stark sind die Auswirkungen auf den aufkeimenden sanften Tourismus und die natürliche Umgebung im Naturschutzgebiet?

 

Eile ist geboten, um gegen diese Baugenehmigung vorzugehen, da die Erdarbeiten zu diesem Projekt bereits begonnen haben. Einige Fotos zeigen die Situation.

 

 

Inzwischen haben die Bürger eine Petition -Nein – zum offenen Güllelager im Naturpark Saar-Hunsrück. Schützt die Natur und unser Trinkwasser gegen das Güllelager eingerichtet. Wer möchte kann sich dort gerne eintragen und helfen, das Lager doch noch zu verhindern.

 

Die Initiative ist zu finden unter: BürgerinitiativePronatur

Kontakt: pro.natur@gmx.de  Gabriele Handtke-Schons