Landwirtschaft am Scheideweg

Am 06. März 2017 trafen sich in Brüssel die EU-Landwirtschaftsminister zu Beratungen zur Zukunft der EU-Agrarpolitik. Ein breites gesellschaftliches Bündnis fordert ein Umsteuern in der Agrar- und Ernährungspolitik. Die Forderung: Die Gesellschaft mitreden lassen für eine gerechtere, nachhaltigere, gesündere Agrar- und Ernährungspolitik.

 

© Ulrich Hermanns


Wie lange noch wird die Diskussion um die Nitratbelastung von Böden, Gewässern und Grundwasser andauern?

 

Der dringende Handlungsbedarf ist den Verantwortlichen von Politik bis zur Ackerscholle bekannt! Das beschlossene Düngesetz mit der darauf basierenden Düngeverordnung ist für die Experten und die Umweltverbände nur ein „fauler Kompromiss“. Der Bundesverband der Energie- und Wasserversorger warnt ……..

 

© Ulrich Hermanns

Landwirtschaft wurde zum Spielball verbandspolitischer Einflussnahme, völlig verfehlter Subventionssteuerung und der Kapitalinvestoren, die mit einflussreicher Lobbyarbeit Parteien und Regierungen mitverantwortlich machten für diese fatale Entwicklung.

 

Unter dem Deckmantel des Versorgungsauftrags der Bevölkerung mit gesunden Lebensmitteln hat sich in die Landwirtschaft durch die „Hintertür“ die hemmungslose Ausbeutung der Böden, der Tier- und Pflanzenwelt und der sogenannten Nutztiere in Massenställen eingeschlichen. Ehrliche und verantwortungsbewusste Landwirte haben das Nachsehen und müssen oftmals ihren Betrieb aufgeben. Eine Forderung des BUND LV Niedersachsen zeigt einen Lösungsweg.

 

 

© Ulrich HermannsIm Fraktionsbeschluss vom 16.10.2012 der Bundestagsfraktion Bündnis 90 Die Grünen heisst es in der Einleitung:
„GESUNDE BÖDEN – WERTVOLL UND UNTERSCHÄTZT“.

 

„Böden bilden die zentrale Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Böden reinigen das Wasser, speichern es und tragen damit zur Vermeidung von Dürren und Überschwemmungen bei. Sie dienen als Schadstoffpuffer, sind wertvoller Lebensraum für viele Organismen und ein einmaliges Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Doch die Bedeutung der Böden wird häufig unterschätzt. Bodenschutzpolitik steht nur selten im Fokus politischer Debatten“. weiterlesen …….

 

© Ulrich Hermanns

 

und ….

 

 

Das GREENING ist ein Teil der „Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union“ und könnte eine flankierende Maßnahme zu mehr BIODIVERSITÄT in unserer Naturlandschaft sein.

 

Das Greening umfasst drei Maßnahmen:

  • Anbaudiversifizierung
    Unter der Anbaudiversifizierung versteht man die Einhaltung einer Fruchtfolge. Damit will die EU sicherstellen, dass eine gewisse Artenvielfalt unter den landwirtschaftlichen Nutzpflanzen herrscht. Die Intensität der Anbaudiversifizierung hängt von Ackerfläche eines Betriebes ab. Es wird unterschieden nach Betrieben zwischen 10 und 30 ha sowie Betriebe mit mehr als 30 ha Ackerfläche.
  • Erhalt des Dauergrünlands
  • Ausweisung einer Flächennutzung im Umweltinteresse (ökologische Vorrangfläche).

 

Näheres hierzu bei:
Landwirtschaftsministerium  und  Landwirtschaftskammer NRW – Merkblatt zum Greening

….. und zusätzlich weiterführende Info der Landwirtschaftskammer NRW
Blühstreifen/Blühflächen  und  Anlage von Blühstreifen/Blühflächen – Förderung und Auflagen

Es gibt aber auch kritisches zu lesen beim Bund-Naturschutz

 

© BLE, www.oekolandbau.de, Bild Dominic Menzler

 

ARTENVIELFALT und BIODIVERSITÄT
sind eng miteinander verwoben. Der Unterschied beider Begriffe ist hier gut erklärt. Zu Artenvielfalt ist gibt es einen weiteren lesenswerten Beitrag bei Greenpeace .

 

 

Die Vielfalt in unserer Natur geht mehr und mehr verloren durch:

  • Landwirtschaftliche Monokulturen
  • Intensiveinsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Grossflächiger Maschineneinsatz stört und verdrängt Bodenbrüter aus ihren angestammten Lebensräumen
  • Verschwinden von Biotopen, Hecken und anderen natürlichen Lebensräumen für Tier- und Pflanzenwelt
  • Die für Tiere wichtige Nahrungskette wird unterbrochen. Die Folge ist Artensterben.

 

 

 

Bedrohte Vogelarten sind hier sehr gut in einem Flyer beschrieben.

 

 

 

 

Bereits 2010 wurde von der Bundesregierung mit großem „Getöse“ die Dekade der Biodiversität ausgerufen. Doch leider ist außer Hochglanzbroschüren (noch) keine Veränderung zu bemerken. Wir sind heute mehr denn je dem Schutz der Artenvielfalt und der Biodiversität verpflichtet und dazu muss auch die Landwirtschaft im Umgang mit Boden und Umwelt Verantwortung übernehmen.

 

Pestizide/Pflanzenschutzmittel
bekannt als Herbizide, Insektizide und Fungizide haben in den letzten Jahrzehnten als Gift massiv die Natur geschädigt. Greenpeace beantwortet die Frage nach ihrer Gefährlichkeit folgendermaßen:

„Pestizide vernichten auch die natürlichen Feinde von Schadinsekten und bringen so das Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Der Einsatz von Pestiziden erfolgt auf Kosten von Konsumenten und Umwelt. Rückstände von Insektenvernichtungsmitteln oder Anti-Pilzmitteln schaden der menschlichen Gesundheit. Viele Insektenvernichtungsmittel wirken auch als Nervengifte auf den Menschen“.
Und weiter: „Pflanzenschutzmittel klingt erst einmal harmlos. Doch Pestizide sind Gifte, und Gifte können zwischen Schädlingen und Nützlingen nicht unterscheiden. Wird dabei ein Insekt radikal dezimiert, verschwindet es auch als Nahrungsgrundlage für andere Tiere. Bestimmte Pestizide stehen auch im Verdacht, sich negativ auf die Bienen auszuwirken“.