Glyphosat angeblich „nicht krebserregend“

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Am 15. März 2017 gab die EU Chemikalienagentur (ECHA) mit einem neuen Gutachten bekannt, dass das sehr umstrittene Unkrautbekämpfungsmittel GLYPHOSAT nicht krebserregend sei. Bei Bayer/Monsanto werden nun wohl die Sektkorken knallen.

 

 

 

Das ZDF meldet:

„Die verfügbare wissenschaftlichen Datenlage erlaube es nicht, Glyphosat als karzinogen einzustufen, teilte die Europäische Chemikalienagentur ECHA in Helsinki mit. Es sei aber gefährlich für die Augen und schädlich für Wasserorganismen. Das Gutachten fließt ein in die Entscheidung der EU-Kommission und der EU- Regierungen über eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat. Um das Mittel tobt seit Jahren ein Streit auf politischer und wissenschaftlicher Ebene“

 

Die EU Kommission hatte die Zulassung nach heftigen Auseinandersetzungen in den Mitgiedstaaten über den 30. Juni 2016 hinaus um bis zu 18 Monate verlängert. Nun wird befürchtet, dass einer weiteren Zulassung um 15 Jahre nichts mehr im Weg steht. Die Amerikanische Krebsagentur IARC hatte den Wirkstoff als krebserregend eingestuft. Nun steht die Aussage der Europäischen Lebensmittelbehörde Efsa, dass bei vorschriftsmäßiger Anwendung keine Gesundheitsgefährdung zu befürchten ist, in krassem Gegensatz zu den Forderungen vieler Umweltschützer in EU Mitgliedstaaten.

 

Die ZEIT schreibt folgendes zur Verlängerung:   EU-Kommission-Verlängert-Glyphosat-Zulassung

 

Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im EU Parlament, sieht eine neue Gefahr durch eine mögliche Verlängerung:

„Mit ihrem Votum, wonach Glyphosat nicht krebserregend sein soll, hat die Europäische Chemikalienagentur ECHA dem weiteren ungezügelten Einsatz von Glyphosat ihre Zustimmung erteilt.

Die Entscheidung der ECHA schafft für die EU-Kommission ein Schlupfloch, um nach der 18-monatigen Übergangsfrist Glyphosat erneut in der EU für die nächsten Jahre zuzulassen.
Die europäischen Bürgerinnen und Bürger wollen das Pflanzenschutzmittel nicht. Das zeigt die im Februar gestartete Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat, die innerhalb kürzester Zeit fast eine halbe Millionen Unterstützer gefunden hat.

Die Krebsgefahr ist nicht das einzige Argument gegen das Pflanzenschutzmittel. Glyphosat ist ein enormes Risiko für die Artenvielfalt in der EU, weil es alle unerwünschten Pflanzen und deren Samenvorräte auf Äckern, Wiesen, Wegen und Plätzen vernichtet.

Seit Jahren gibt es eine heftige Debatte, um die mögliche Krebsgefahr durch Glyphosat und um die Unabhängigkeit von Wissenschaftlern, die die entsprechenden Studien verfassen. Neben der Internationale Agentur für Krebsforschung, die 2015 feststellte, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend für Menschen ist, hatte die amerikanische Krebsagentur IARC auf die Krebsgefahr durch Glyphosat hingewiesen. Wir warnen die EU-Kommission davor, diese Entscheidung als Freibrief anzusehen, Glyphosat für evtl. fünfzehn Jahre weiter zuzulassen.“

Wie Landwirtschaft teilweise nicht vorschriftsmäßig mit dieser Substanz bei der Verwendung im Feld umgeht, dokumentiert folgender Download eines Mitstreiters Pestizideinsatz mit folgen