„Grosse Lösung“ adé?

eingetragen in: Agrar, Flora und Fauna, Umweltverbände | 0

© Klaus Stotzem

Die Idee zur Gründung des „Netzwerks Artenvielfalt“ ist die Nutzung der Ressourcen zum Schutz der angeschlagenen Ökosysteme. Gemeinsam Hand-in-Hand wollen Jäger, Imker und Bauern im Kreis Ahrweiler agieren.

 

Nun wurde kürzlich in der regionalen Presse ein Vorzeigeprojekt eines GPS-gesteuerten Systems für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln und Gülle vorgestellt. Kosten der Investition der Gasber GbR (Mönchescherhof in Grafschaft-Esch) ca. 70.000 € und das Netzwerk nahm als stolzer Pate daran teil.

Die Technik mache es möglich:
Keine Überschneidung beim Spritzvorgang, Feldgrenzen werden eingehalten, Randstreifen bleiben verschont.

Die Vorsitzende des Kreisimkerverbands AW, Barbara Hartmann, wurde mit dem naiven Lob zitiert, dass durch die Schonung der Feldrandstreifen der Kontakt mit den Insekten unterbliebe und somit die Flora genügend Nahrung für die Bienen böte.

 

Verzeihung Gnä‘ Frau, haben Sie noch nie davon gehört, dass schon das Saatgut mit Pestiziden imprägniert ist und während des Wachstums bis zur Reife diese Pestizide aktiv bleiben, dass zusätzlich mehrfach die Spritzmaschinen ihre Runden durchs Feld ziehen? Insekten aller Art fliegen und krabbeln in der Natur grenzenlos und überwinden dabei locker Feldrandstreifen! Die Kontaktgifte wirken totsicher!

Und die Umgebung?
Beste Technik kann eine Ausbreitung je nach Wetter- und Windverhältnissen von bis zu 10 km nicht verhindern. Das beweisen wissenschaftliche Untersuchungen. Nicht umsonst kämpfen Bioverbände schon seit Jahren für einen besseren Schutz ihres Anbaus, denn auch in Bioprodukten sind Spuren der Pestizide aus der Umgebung nachweisbar.

 

Ralf Schmidt, der Vertreter der Jägerschaft im Netzwerk schränkt jedoch ein, dass es die „grosse Lösung“ unter Berücksichtigung ihrer Ressourcen-Interessen nicht geben könne.

 

Was das “Netzwerk Artenvielfalt” anbetrifft, müssen die Vertreter darauf achten, daß durch unüberlegte propagandistische Äußerungen ihr “Netzwerk” nicht zu einem “Täuschungswerk” für den Artenschutz degeneriert. Die pauschale Behauptung, daß es angesichts von “Ressourcen-Interessen” keine großen Lösungen geben könne, ist sachlich unhaltbar und beschämend für das Netzwerk.

So begrüßenswert die Bemühungen von Jagdpächter Schmidt auch sein mögen, so darf man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass mit diesem Bericht die Investition von 70.000 € der Gasber GbR schöngeredet wird.

Wenn Schmidt bedauert, dass die „grosse Lösung unter Berücksichtigung von Ressourcen-Interessen” nicht möglich sei, so schallt das WEITER SO vom Mönchescher Hof umso lauter. Eine offensichtliche „Vernebelungstaktik”, um bisherige Praktiken in der Landwirtschaft fortzusetzen.

Effiziente Technik erspart dem Landwirt über die Jahre Mehrkosten für das Umweltgift auf den Ackerflächen. Das ist die Realität. Nachdenklichkeit zum Pestizideinsatz verblasst gegenüber dem Hurra zum fortschrittlichen Technikeinsatz. Nur die Feldrandstreifen verschonen reicht bei weitem nicht aus. In immer kürzeren Zeitabständen schlagen Umweltverbände Alarm und in den Medien werden die Auswirkungen der industrialisierten Landwirtschaft zurecht kritisiert.

 

Herr Schmidt,

nur mit starkem Engagement und kompromisslosem Einsatz für Natur und Artenvielfalt bleiben Sie glaubwürdig.

Ersparen Sie sich die faulen Kompromisse mit der Landwirtschaft,
denn den Schutz selbiger übernimmt Ihr Namensvetter

-Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt-