Agrar-Report

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Das Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht am 20.06.2017 zum ersten Mal einen Agrar-Report zur biologischen Vielfalt auf Deutschlands Äckern. Die höchst alarmierende Analyse mahnt eine sofortige Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik an.

In allen Bereichen der Agrarlandschaft müsse gehandelt werden.

 

Mit über 50 Prozent sei die Landwirtschaft die größte Flächennutzerin in Deutschland.

 

 

Wesentliche Feststellungen und Forderungen des Agrar-Reports in Stichpunkten:

  • Monokulturen, intensive Düngung und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollen Erträge und Gewinne steigern, jedoch mit großen Nachteilen auf das Ökosystem.

  • Praktisch alle Tier- und Pflanzengruppen in der Agrarlandschaft sind von einem eklatanten Schwund betroffen. Besonders deutlich wird dies bspw. bei den Vögeln und Insekten

  • Monokulturen mit großen Nachteilen

  • Große Maschinen mit modernster Technik und hohem Gewicht verdichten die Böden

  • Kaum noch Ruhephasen für die ausgelaugten Böden, die mit Gülle und Kunstdünger wieder fit gemacht werden

  • Herbizide bekämpfen Wildkräuter, von denen allerdings auch die Insekten leben. So wird die Nahrungskette nachhaltig gestört

  • Mikroorganismen und Kleinlebewesen verlieren dann ihren Lebensraum

  • Die biologische Situation auf Wiesen und Weiden hat sich negativ entwickelt. Immer weniger Wildkräuter überleben

  • Qualitative Verschlechterung des Gründlands. Alarmierend ist, dass blütenreiche Mähwiesen durch Bewirtschaftungsdruck massiv unter Druck geraten. Im Inneren von Ackerflächen seien bestimmte Wildkräuter in ihrer Anzahl um mehr als 70 Prozent zurückgegangen.

  • Bestimmte Tier- und Pflanzenarten haben eine wichtige Funktion in der Nahrungskette. Fehlen zum Beispiel Insekten, werden Blüten nicht mehr ausreichend bestäubt.

  • Sowohl die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union -GAP- als auch die nationale Umsetzung hinsichtlich der Erhaltung der biologischen Vielfalt hätten versagt

  • Trotz „Greening-Maßnahme“ fände eine konsequente Umsetzung derzeit aber nicht statt. Deutsche Landwirte erhielten jährlich etwa 1,5 Milliarden Euro von der EU

  • Zu Anforderungen an eine zukunftsfähige Landwirtschaftspolitik zähle die Schaffung von Anreizen für eine naturverträgliche, standortangepasste und nachhaltige Bewirtschaftung.

  • Strengere Kontrollregelungen für Greening-Maßnahmen müssten eingeführt werden.

 

Die Pressemitteilung  des Bundesamts für Naturschutz.

Der AGRAR-REPORT 2017 des Bundesamts für Naturschutz

 

Der NABU kommentiert: „Der BfN-Agrar-Report 2017 verdeutlicht kritische Situation in der Agrarlandschaft und stellt der Landwirtschaftspolitik ein schlechtes Zeugnis aus“.

Er sieht sich „in seiner Kritik an der aktuellen Agrarpolitik und dem bestehenden System der EU-Subventionen durch den vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) vorgestellten Agrar-Report 2017 bestätigt. Die Publikation ist eine besorgniserregende Zusammenstellung aller Problemfelder in der Agrarlandschaft“.

Dem stellt der NABU ein Modell für eine alternative EU-Agrarförderung gegenüber:

Fit, fair und nachhaltig