Antibiotika-Resistenzen

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G20-Gesundheitsministertreffen in Berlin, 12.11.2012. Copyright: BMG/photothek/Inga Kjer

Am 19./20. Mai 2017 trafen sich die Gesundheitsminister der     G 20 Staaten im Vorfeld  des G 20 Gipfels zu einer Konferenz in Berlin. Gesundheitsminister Gröhe warnte: „Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, bricht eine tragende Säule unserer Gesundheitsversorgung weg“. Die Minister einigten sich darauf, bis Ende 2018 „mit der Umsetzung Nationaler Aktionspläne zu beginnen, sich für eine Verschreibungspflicht stark zu machen, und die Forschung vorantreiben zu wollen“.

 

 

Weltweit sollen Antibiotika der Verschreibungspflicht unterstellt werden. Hier soll auch sehr eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammengearbeitet werden. Ein sehr ehrgeiziges und begrüßungswertes Ziel.

Die Gefahr einer Antibiotika-Resistenz, entstanden u. a. durch den ausufernden Antibiotikaeinsatz in den Massentierställen müsse Einhalt geboten werden. In der Berliner Erklärung der G20 Gesundheitsminister 20-05-2017pdf wird diese Problematik ab Seite 6 ausführlich erwähnt.

 

Die Bürgerinitiative GÜLLE-STOPP nimmt diese Botschaft mit großer Genugtuung auf.

Endlich ist dieses Thema ganz oben angekommen!

Auf dem G 20 Gipfel der Staatschefs am 07. und 08. Juli 2017 soll das Thema Antibiotika-Resistenz auf der Tagesordnung stehen.

 

Ein sehr bemerkenswerter Kommentar war im General Anzeiger Bonn zu lesen

 

Die Bundesregierung verweist zu Antibiotika-Resistenzen auf die „Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie“  DART 2020 mit dem 2. Zwischenbericht 2017 . Die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie verfolgt das Ziel, die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu verhindern.

 

Auf folgende Links verweist das Bundesministerium für Bildung und Forschung:

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Helmholtz Zetrum für Infektionsforschung

Nationale Forschungsplattform für Zoonosen

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sagt:

„Der vom Bundesforschungsministerium geförderte Forschungsverbund RESET untersucht unter anderem, wie häufig und wo Enterobakterien, die das Enzym ESBL herstellen können, in der Landwirtschaft gefunden werden. Die ersten Studienergebnisse in landwirtschaftlichen Betrieben in ganz Deutschland sind alarmierend: In jedem der 34 untersuchten Hähnchenmast-Betriebe wurden ESBL-bildende Bakterien gefunden. Bei Schweine- und Rindermastbetrieben waren es nur geringfügig weniger, aber auch hier konnten bei fast jedem Betrieb ESBL-bildende Darmbakterien nachgewiesen werden (85 Prozent bei Schweinen und 80 Prozent bei Rindern). Selbst in Betrieben, in denen die Tiere nur mit geringen Antibiotika-Mengen oder gar nicht behandelt wurden, ließen sich resistente Keime finden“.

 

In diesem Zusammenhang weisen wir auf unsere eigenen Beiträge zu diesem Thema hin:

Multiresistenzen   —  ESBL und andere ….  Arzneimittelrückstände

 

Am 08. Mai 2017 wurden in der ARD Recherchen zu „Supererregern“ in Indien bekannt und in einer Multimediapräsentation gezeigt. Die 45-minütige Dokumentation wird in der ARD Mediathek  „Der unsichtbare Feind – Tödliche Supererreger aus Pharmafabriken“ angeboten.