Gülleunfall in der Grafschaft

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© Ulrich Hermanns

Es war nur eine Frage der Zeit, wann sich ein Unfall mit einem Gülle LKW in der Grafschaft ereignen würde. Am 24. August 2017 überschlugen sich die Eilmeldungen. Im Gemeindedorf Bengen hatte ein LKW-Fahrer in der Kurve eines Wirtschaftsweges seine Geschwindigkeit offenbar nicht angepasst.

 

Die Unfallstelle liegt etwa 30 m entfernt vom Bengener Bach. Die Pfeile auf der Karte zeigen die Fließrichtung des Bachs an. Über die Mündung in den Nierendorfer Bach und weiter Gimminger Bach und Heppinger Bach hätte die Ladung von 27 Tonnen (27.000 Liter) Gülle in die Ahr fließen können  -siehe Pfeilverlauf auf der Karte-   ein Gewässerschaden auf Jahre garantiert. Berichte aus Deutschland mit Gülleunfällen zeigen auf, daß Gülle das Ökosystem in Gewässern auf Jahre zerstört.

 

Soweit ist es glücklicherweise nicht gekommen, da der Gülletank stabil blieb.

Der Benzintank war geborsten. Alle Feuerwehren der unteren Grafschaft befanden sich im Alarmzustand bzw. im Einsatz.

Was war passiert?
Der LKW rutschte in der Kurve in einen Entwässerungsgraben und mußte mit einem Kranwagen geborgen werden. Der Sachschaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt.

Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

 

 

Der Entwässerungsgraben, der zu dieser Zeit kein Wasser führte, hat eine befestigte, schalenförmige Leitungsführung aus Beton. Eine eventuell ausgetretene Gülle hätte bestens Ihren Lauf in den Bengener Bach gefunden.

Dies wäre eine ideale „Rutschbahn“ für ausgetretene Gülle in den Bengener Bach gewesen!!!!

 

Fließrichting zum Bengener Bach

 

Die Unfallspuren

 

 

Die Bürgerinitiative spricht sich ganz entschieden gegen Gülletransporte aus!

Dieser Unfall zeigt, wie unmittelbar ein Teil der Grafschaft an einer Umweltkatastrophe größeren Ausmaßes betroffen war. Nicht nur das, denn auch alle Lebewesen in der Ahr wären mit schlimmen Folgen vergiftet worden. Bislang haben uns viele Landwirte belächelt. Dieses Ereignis bestätigt unsere Befürchtungen. Wir appellieren an die Gemeinde Grafschaft, ihre hoheitlichen Befugnisse im Interesse der Bürger und der Umwelt voll auszuschöpfen. Gülletransporte müssen mit strengsten Auflagen reglementiert werden!

Sollte das OVG Koblenz mit seiner Entscheidung den Weg frei machen zum Bau der Güllelagune bei Gelsdorf, so müssen wir laut Bauantragsteller mit zusätzlichen 680 Transportbewegungen an 150 Tagen im Jahr rechnen. Dies erhöht zusätzlich die Unfallgefahr mit Gülletransporten.