Meine Stimme

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© Lukas BilligDem Deutschen Volke.

So steht es geschrieben über dem Portal des Deutschen Bundestags in Berlin.

Wählen heißt, mitbestimmen können, ein demokratisches Recht der Bürger.

Immer öfter jedoch stehen wir vor der „Qual der Wahl“. Warum ? Weil sich fühlbar zu wenig ändert! Die parlamentarischen Prozesse klemmen fest im Hickhack der Parteiinteressen und der Lobby. Die Bürger vermissen zu oft klare Worte und verantwortungsvolle, zukunftsweisende Entscheidungen in der Gesetzgebung.

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sie amtieren seit dem 22. November 2005 und tragen somit Verantwortung für viele Entwicklungen in der Landwirtschaft. Zu beklagen ist das Sterben bäuerlicher Kleinbetriebe. Die industrialisierte Landwirtschaft befindet sich schon sehr lange auf dem Durchmarsch, nach Kräften unterstützt von der Agrarlobby und dem Deutschen Bauernverband. Ihr Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) erweckt den starken Eindruck, sich dieser unliebsamen Entwicklung nicht in den Weg stellen zu wollen.

 

Viele als positiv zu bewertende Vorlagen Ihrer Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) scheitern an der offensichtlich fehlenden Bereitschaft ihres Kollegen Schmidt, dringende und drängende Probleme, die aus der Landwirtschaft kommen, endlich zu lösen. Sein „Tierwohllabel“ z. B. ist doch nur Augenwischerei. Wir brauchen Tierhaltungen, die dem Moralempfinden der Bürger entsprechen.

 

Auf dem Deutschen Bauerntag Ende Juni 2017 haben Sie sich eindeutig für die Verlängerung der Zulassung des Giftes GLYPHOSAT ausgesprochen.

 

Unsensibel gegenüber den Befürchtungen der Bürger.
Unverantwortlich gegenüber unserer Gesundheit, der Natur und der Umwelt.

 

Bayer/Monsanto läßt grüßen!

 

Laut der bisherigen Umfrageergebnisse müssen wir davon ausgehen, dass Sie weiterhin als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland die kommende Regierungskoalition anführen werden.

 

Unsere Erfahrung zeigt, dass zu befürchten ist, dass Sie und Ihre zuständigen Minister die enorme Ausbreitung der industrialisierten Landwirtschaft mit all ihren negativen Folgen wohlwollend dulden werden!

 

Die EU Kommission beklagt schon seit sehr vielen Jahren die teilweise enorm hohe Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland und dennoch wurde ein dringend erforderliches Düngegesetz nicht frühzeitig auf den Weg gebracht

Blamabel für Ihre Regierung, dass die EU Kommission schließlich ihr letztes Druckmittel, die Klage vor dem EuGH, anwenden musste.

Der Not gehorchend haben wir seit April 2017 ein neues Düngegesetz, das den Forderungen der Experten nicht gerecht und eben nur als ein fauler Kompromiss bezeichnet wird. Die Nitratverseuchung des Grundwassers wird den Bürgern in vielen Landesteilen weiter steigende Trinkwasserkosten bescheren. Die Verursacher aus der Landwirtschaft werden dagegen nicht zur Kasse gebeten.

 

Der Ruf der industrialisierten Landwirtschaft ist ruiniert!

Der Leitsatz „Gute fachliche Praxis“ ist zu einer leeren Worthülse verkommen.

Unterstützt wird sie obendrein mit vielen sinnlosen Subventionen
-in den letzten 2 Jahren fast 600 Millionen Euro-

Massentierhaltung, oftmals bewiesene Qualtierhaltung, Glyphosat- und Pflanzenschutzmitteleinsatz und Monokulturen zerstören den Planeten. Mit Ihrer Moral und fehlender Verantwortung steht sie schon lange außerhalb dieser Gesellschaft.

 

 

Mit unserem Kreuz auf dem Stimmzettel fordern wir
am
24. September:

 

  • Verschärfung des Düngegesetzes mit eindeutigen Ergänzungen
  • Schluss mit Massentierqual und Billigfleisch
  • Schluss mit unkontrolliertem Antibiotikaeinsatz in Ställen und der Ausbreitung von multiresistenten Keimen
  • Stopp dem intensiven Einfluss der Agrarlobby
  • Klare gesetzliche Vorgaben zu § 35.1 -Bauen im Aussenbereich-, um Missbrauch zu verhindern
  • Stopp von Gülle Importen aus den Niederlanden und aus den Bundesländern innerhalb der Bundesrepubik
  • Wer Gülle erzeugt, muß ausreichend eigene Flächen zur Entsorgung nachweisen können
  • Offene Gülle-Fäkaliengruben dürfen nicht genehmigt werden
  • Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung vor den Auswirkungen der Massentierhaltung und der Gülleflut hat höchste Priorität
  • Positive Impulse und entschlossene Unterstützung der EU Kommission zur Novelle der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (GAP) ab 2020
  • Druck auf die Landwirtschaft zum Erhalt der Biodiversität mit intensiven Greeningmaßnahmen zum Artenschutz
  • Umweltgerechte Landwirtschaft durch Förderung des Ökologischen Landbaus mit artgerechter Tierhaltung
  • Es wird höchste Zeit zu einem Wandel in der Landwirtschaft mit einer neuen Ethik

 

© Volker Jost