Vorreiterrolle Umweltschutz

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© Gülle-Stopp

Der Stadt Bad Münstereifel stinkt es gewaltig. Die Auswüchse des Gülletourismus auf städtischen Flächen werden nicht länger geduldet. Es werden neue privatrechtliche Regelungen für die landwirtschaftlichen Pachtverträge getroffen. Dem städtischen Förster Stefan Seifert geht die neue Düngeverordnung der Bundesregierung nicht weit genug.

 

 

Für etwa 80 Landwirte wurden neue Pachtverträge ausgehandelt. Damit sind 250 ha Fläche von der neuen Regelung betroffen. Auf Wiesen und Ackerflächen dürfen die Landwirte nur noch eigenerzeugte Gülle und Festmist ausbringen. Gülletourismus aus Holland ist damit pas­sé. Damit nimmt die Kommune eine Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz ein. Mit den neuen Bestimmungen ist ab sofort auf städtischen Wiesen und Äckern die Ausbringung von Fremdgülle nicht mehr erlaubt.

 

Genaue Vorgaben betreffen auch zukünftig die Art der Technik, mit der die Gülle verteilt wird. Das Prallkopf- und Schwenkverteilungsverfahren  -in der Düngeverordnung noch bis 2025 auf Grünland und bis 2020 auf Ackerland erlaubt- ist untersagt. Nur noch Injektions- und Schleppschlauchverfahren dürfen angewendet werden. Dadurch werden Ammoniakemissionen vermieden, was den Verlust von Stickstoff minimiert und damit auch die Geruchsbelästigung reduziert.

 

Weitere Einschränkungen sind:

  • Gärsubstrate aus Biogasanlagen sind auf Ackerflächen verboten
  • Gesenkt wird auch die Stickstoffmenge von 170 kg/ha in der Düngeverordnung auf 130 kg/ha/Jahr
  • Ein Mindestabstand zu allen Quellen, Frei- und Fließgewässern von mindestens zehn statt drei Metern ist einzuhalten

 

Rat und Verwaltung haben damit auf die Beschwerdewelle aus der Bevölkerung reagiert.
LKW Transporte aus den Niederlanden sollten damit der Vergangenheit angehören. Niedrigere Düngemengen werden dazu beitragen, die Nitratbelastung des Grundwassers zu reduzieren. Auch der Umwelt kommt diese entschlossene Maßnahme zugute. Fauna und Flora waren durch die ätzende Gülle betroffen und können sich nun wieder erholen, was in der Folge ebenfalls Insekten und Vögeln wieder mehr Entfaltung Raum gibt.

Weitere Informationen sind beim Forstbetrieb der Stadt Bad Münstereifel erhältlich.