„Macht Euch die Erde untertan ……“

Quelle: http://web.archive.org/web/20160112123725/http://grin.hq.nasa.gov/ABSTRACTS/GPN-2000-001138.html
NASA/Apollo 17 crew; taken by either Harrison Schmitt or Ron Evans





Der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung ist ein würdevoller Auftrag an die Menschheit. Eine Ausbeutung der Ressourcen, so wie wir es heute erleben, ist ein falsch verstandener göttlicher Auftrag dieses Bibelverses.

 

 

 

 

 

Papst Franziskus wird aus der ersten Öko-Enzyklika folgendermaßen zitiert:
„Wir sind nicht Gott. Die Erde war vor uns da und ist uns gegeben worden… die Harmonie zwischen dem Schöpfer, der Menschheit und der Schöpfung wurde zerstört durch unsere Anmaßung, den Platz Gottes einzunehmen. Wir sind begrenzte Geschöpfe.“

 

Wenn heute durch langjährige Untersuchungen ein Rückgang der Insekten um 75% und mehr in Deutschland bekannt wird, wirft dies viele Fragen auf. Der Entomologische Verein Krefeld hat 27 Jahre lang in einem Projekt nach eigenen Kriterien diesen Rückgang dokumentiert. Zu lange wurde diese engagierte Arbeit übersehen oder auch belächelt. Nun aber wurde am 18. Oktober 2017 eine Studie Niederländischer, Deutscher und Englischer Wissenschaftler veröffentlicht, die belegt, dass sich etwas verändert hat. Erwähnt wird auch der negative Einfluss der Gülledüngung auf das ökologische Gleichgewicht.

 

Im www sind hierzu viele Beiträge und Reaktionen zu finden. Auf einige Links sei hier verwiesen:

Süddeutsche Zeitung Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

NABU Wissenschaftler bestätigen dramatisches Insektensterben

General Anzeiger Bonn Grosses Insektensterben als Problem der Landwirtschaft

WELT n24 Die Natur ist krank aber nicht unheilbar. Wir müssen handeln

 

Die industrialisierte Landwirtschaft steht wieder einmal in der Kritik.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) mit seinem Präsidenten Joachim Rukwied bekundet in seiner Pressemeldung vom 19.10.2017 das „grosse Interesse an der Artenvielfalt„. Was bleibt ihm auch anderes übrig, als die Menschen, ja sogar ihre eigenen Mitglieder, von der wahren Katastrophe abzulenken?

 

Dort heißt es unter anderem:

„….. da wir mit der Natur arbeiten und dies die Grundlage unserer Existenz ist“.

Landwirte arbeiten hauptsächlich mit den Jahreszeiten. Die Natur scheint eher im Wege zu stehen. Stichwort Monokulturen, ausgeräumte Landschaften, zurückgedrängte Artenvielfalt und Pestizideinsatz.

 

„….. dass es noch dringenden Forschungsbedarf zum Umfang und den Ursachen des dargestellten Insektenrückgangs gibt. Wir brauchen ein repräsentatives Monitoring, um belastbare Datenreihen zu bekommen“.

Ach du meine Güte, noch mehr Forschungsbedarf? Repräsentatives Monitoring, belastbare Datenreihen? Gebt es doch endlich zu! Was Ihr wollt ist Zeit, um die industriealisierte Landwirtschaft vollends zu manifestieren! Wir werfen Euch nicht einen vorsätzlichen Raubbau an der Natur vor, jedoch eine Art organisiertes Wegschauen von den Folgen Eures Handelns.

Einige wissenschaftliche Institutionen haben mit ihrer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift PLoS One die präzisen jahrelangen Untersuchungen des Entomologischen Vereins Krefeld bestätigt. Die unter anderem vermutete Ursache in der Landwirtschaft scheint plausibel, muß zwar weiter untersucht werden, jedoch besteht einhelliger Konsens, dass:


„….. wir keineswegs warten können, bis wir alles erforscht haben, bevor wir mit den notwendigen Maßnahmen beginnen“. (Axel Hochkirch, Insektenspezialist der Uni Trier)

und

„….. gehen wir vom Vorsorgeprinzip aus, das in Deutschland bei Risikoabschätzungen oft die Grundlage bildet, dann wäre es wichtig, den plausibel erscheinenden Ursachen entgegenzuwirken, solange die Faktoren nicht näher eingegrenzt werden können – eine veränderte und nachhaltigere Landnutzung wäre auf jeden Fall angezeigt“. (Josef Settele, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Halle)

Quelle: Die ZEIT, Ausgabe Nr. 44

 

„….. Wir Landwirte brauchen die Vielfalt an Arten, deshalb betreiben wir eine Reihe von Projekten…..   Auf jedem dritten Hektar werden freiwillig Agrarumweltprogramme umgesetzt, zusätzlich beteiligen sich die Landwirte an Vertragsnaturschutzprogrammen, legen Blühstreifen und Landschaftselemente an. In Biodiversitätsprojekten erarbeiten Landwirte und Naturschützer gemeinsam praktikable und wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen“.

 

Herr Rukwied,
wir haben genug von Ihren gebetsmühlenartigen Selbstdarstellungen. Ohne den jahrelangen Druck von Umweltorganisationen wären diese notwendigen Maßnahmen in Ihren Reihen völlig unbekannt und würden wohl als Spinnerei abgetan.

Was Ihnen fehlt ist der Mut zum Bekenntnis einer fehlenden Verantwortlichkeit für das, was seit Jahrzehnten schief läuft, Ihr Mut zu bekennen, dass Sie als „Zauberlehrling“ die Geister, die Sie riefen, nun nicht mehr bändigen können. Hilfsweise verweisen Sie auf die einflussreichen Folgen der „vielfältigen Einflüsse auf die Entwicklung der Artenvielfalt wie Industrie, Urbanität, Verkehr, Jahreswitterung, Klimaveränderungen“. Beginnen Sie endlich, vor Ihrer eigenen Haustüre zu kehren.

Wissenschaftlich anerkannte Untersuchungen gibt es reichlich. Alle bestätigen der Landwirtschaft, dass der Ast auf dem sie sitzt, schon längst abgesägt ist. Die Bauern befinden sich im freien Fall. Sehr beklagenswert sind die vielen kleinen Familienbetriebe als Opfer der industrialisierten Landwirtschaft.

 

Zitat Jan Grossarth

„Es ist ein veritables Problem, wenn Leute, die dafür Mitverantwortung tragen, sich geistig derart abschotten, dass sie zum Lernen und Umdenken völlig unfähig geworden zu sein scheinen“.

Quelle:  FAZ,  14.11.2017  „Insektensterben als Medienhysterie?

 

Die ökologische Landwirtschaft beweist mit ihrer vorbildlichen Arbeit, dass wir weder Intensivdüngung noch Pestizideinsatz, noch Intensivtierhaltung für unsere Versorgung benötigen. Was die Menschen benötigen, sind qualitativ gute Lebensmittel! Und Qualität erarbeitet man in der Landwirtschaft nur mit dem Respekt vor der Natur!

 

Wenn die Landwirte ehrlich im Einklang mit der Natur arbeiten, dann leben wir sehr gerne im Einklang mit der Landwirtschaft.