Klimawandel – Dürre

Vorboten für eine schwierige Zeit in der Landwirtschaft durch den Klimawandel. Die andauernde Hitzeperiode im Erntejahr 2018 mit fehlenden Niederschlägen bereitet der Landwirtschaft große Sorgen durch Ernteausfälle in vielen Regionen Deutschlands.

© Gülle-Stopp

Der Deutsche Bauernverband fordert eine Milliardensumme zur Unterstützung der Landwirte.

 

 

Gleichzeitig haben die Bauern einen schweren Stand, weil sie sich den Debatten um Massentierhaltung, hohe Nitratbelastung des Grundwassers durch Gülledüngung und die Ausweitung der industriellen Landwirtschaft gerne entzogen haben. Nun aber bekennt Joachim Rukwied -Präsident des Deutschen Bauernverbands- „Wir sind Teil des Problems und  wissen, dass auch wir Teil der Lösung sind und handeln müssen. Er spricht von einer Klimastrategie und einer Ackerbaustrategie , die der DBV bereits vorlegte. Man könnte dies in der Öffentlichkeit schon als kleinen Fortschritt deuten.

 

Die Landwirtschaft lebt seit Jahrzehnten von hohen Subventionen, wovon die industrielle Agrarwirtschaft besonders profitiert und viele familiären Betriebe entweder aufgeben, oder dem wirtschaftlichen Druck mit höheren Investitionen nachgeben mussten. Gerade diese Betriebe leiden unter den katastrophalen Klimabedingungen erheblich. Das Wetter wechselt schneller in die Extreme und ist schwer berechenbar. Existenzängste begleiten ihre Arbeit.

 

Für Bündnis 90/Die Grünen ist das zu wenig.
Friedrich Ostendorf, deren agrarpolitischer Sprecher und selbst auch Landwirt meint:

„Der Deutsche Bauernverband wehrt sich traditionell mit aller ihm zur Verfügung stehenden Lobbymacht gegen jegliche Reform hin zu einer verantwortungsvollen, ökologischen Landwirtschaft, die Klimaschutz, Tierhaltung und Flächennutzung in Einklang bringt. Auch jetzt fordert er pauschal mehr Geld, statt einen Weg aus der Krise aufzuzeigen. Das wird die Landwirtschaft weder ökologischer noch krisenfester machen.

 

Die Bäuerinnen und Bauern benötigen akute Hilfe, das ist richtig. Aber ein Weiter-so führt in die Sackgasse und ist nicht mehr zu verantworten. Wir brauchen ein Umsteuern in der Landwirtschaft! Die Zukunft liegt in einer ökologischen, umweltfreundlichen Landwirtschaft mit gesunden Böden, robusten Pflanzen und einer artgerechten Tierhaltung“.

 

In den ARD Tagesthemen kommentiert Detlef Flintz (veröffentlicht bei Topagrar) die Milliardenforderung des Deutschen Bauernverbands (DBV). Live bei Tagesthemenausgabe ab Sendeminute 7 zu hören und zu sehen.

Detlef Flintz im ARD-Tagesthemen-Kommentar
„….. Was mich aber ärgert ist das Geschrei derjenigen, die unseren Landwirten das Ganze eingebrockt haben – die Bauernfunktionäre. Die, die ihren Mitgliedern und der Politik weismachen, das man Landwirtschaft im Wesentlichen weiter betreiben kann wie bisher“

und weiter:  „…… Also muss man sich als Landwirt drauf einrichten, und dabei aber auch sein eigenes Handeln hinterfragen“

 

Natürlich folgte ein Offener Brief als Antwort von Dr. Heike Müller, Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

 

Dr. Heike Müller sagt unter anderem:
„Bauern können traditionelle Wege nur verlassen, wenn die Menschen, für die sie Lebensmittel produzieren sowie Tiere füttern und zum Schlachter bringen, auch bereit und auch finanziell in der Lage sind, dafür mehr Geld zu bezahlen“.

 

Eine nachgelieferte Klarstellung von von Detlev Flintz ließ nicht lange auf sich warten.

 

Unter dem Titel „Wer überleben will, passt sich an“ ist bei ZDF HEUTE ein lesenswerter Beitrag zu finden. Mit Bezug auf Mitteilungen des Deutschen Bauernverbands wird wieder einmal deutlich, dass dieser trotz erster Einsichten dennoch immer wieder nur alte Positionen verteidigt.

Ein nachdenkliches Interview ist im ZDF Heute Journal mit dem Agrarwissenschaftler Felix Priz zu Löwenstein zu hören. Titel: „Wir brauchen einen Systemwechsel in der Landwirtschaft“

 

Wir unterstützen die von vielen fachkundigen Seiten aufgestellten Forderungen zu einer umfassenden Agrarwende.

Auch die Gesellschaft ist gefordert. Hinter ihrem Ruf nach mehr Umweltschutz mit einer Hinwendung zu stärkerer Förderung einer ökologischen Landwirtschaft mit einer artgerechten Tierhaltung sollte die Bereitschaft stehen, für qualitativ gute „Lebens-Mittel“ mehr Geld zu zahlen.