Packt es endlich an!

Wenn man etwas erstrebt und bei der Wurzel anfängt, so vergehen kaum vierzehn Tage, und man hat es. Wenn man aber nach etwas strebt und beim Wipfel beginnt, so macht man sich vergebliche Mühe.

Quelle: Frühling und Herbst des Lü Bu We

 

Aus der Wurzel, lateinisch Radix, ist das Wort radikal abgeleitet.

Entschließen wir uns, im Agrarbereich an der Wurzel zu beginnen, sollten wir Mut zu radikalen Veränderungen haben.

 

 

© Gülle-Stopp - ausgedörrter Kartoffelacker

 

 

In Zeiten einer brutalen Sommerhitze wird viel über Klimawandel, Landwirtschaft in Not, Existenzbedrohung und Agrarwende diskutiert.

 

 

 

 

Katrin Göring-Eckardt im Spiegel-Interview vom 01.08.2018

„…….konservativ heißt ja, zu bewahren. Ich würde als Christin sagen, die Bewahrung der Schöpfung steht im Zentrum meines Handelns. Insofern ist unsere Radikalität in der Klima- oder Umweltfrage sehr, sehr konservativ. Man muss heute etwas verändern, um zu bewahren. Wir müssen jetzt massiv etwas ändern, um zu bewahren, anstatt kleine Schritte zu gehen“.

 

 

Radikal-realistische Forderungen werden schon lange von Experten und Umweltverbänden an Politik und Agrarwirtschaft gestellt. Eine Agrarwende kann jedoch nur gelingen, wenn das System verändert wird.

Mit einem „weiter so“ verharrt die Landwirtschaft weiterhin in überholten Strukturen.

 

Vorsichtig ausformulierte Konzepte und Strategien beinhalten nicht die Kraft und Energie für mutige Veränderungen. Die ökologische Landwirtschaft könnte den Weg weisen. Sie ist der konventionellen Agrarwirtschaft ein gutes Stück vorausgeeilt.

 

Sehr gefragt ist nun die Politik, die innerhalb der Parteien durch personelle Verflechtungen mit der Bauernlobby und Landwirten auf dem Bremspedal steht.

 

Amtsträger von Agrarlobby und Bauernverbände sind als Parteimitglieder mit der Union von ganz oben bis auf Kreisebene eng verflochten. Da liegt der Verdacht nahe, dass manche Entscheidung einseitig im Sinne der Landwirtschaft getroffen wird.

61 Prozent der Landwirte wählten bei der Bundestagswahl 2017 die Union, so eine vom SPIEGEL ONLINE veröffentlichte Wahlanalyse der Forschungsgruppe Wahlen.

 

Solange die Unionsparteien vor diesem Hintergrund nicht den Mut und die Kraft besitzen, die radikal richtigen Entscheidungen zu treffen, wird das „zarte Pflänzchen Agrarwende“ am Horizont der Sommerhitze verglühen.

 

Wir Verbraucher und zugleich Wähler sollten uns der mitgestaltenden Verantwortung sehr bewußt werden. Einerseits die „richtige“ Wahl treffen, andererseits Bereitschaft zeigen, für qualitativ hochwertige „Lebens-Mittel“ einen höheren Preis zu zahlen.

Dies alles im Sinne einer radikalen Veränderung von unten „aus der Wurzel“.