Folgen verfehlter Agrarpolitik

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Uns erreichen neue, sehr Besorgnis erregende Meldungen aus den Niederlanden.

Die weitaus strengere Düngegesetzgebung in den Niederlanden führt zu einem Entsorgungsproblem von Gülle -einerseits. Andererseits versuchen viele Landwirte mit Hilfe der Transportunternehmer trickreich mehr Gülle auf eigene Böden auszubringen, als erlaubt.

 

Im Nordrhein-Westfälischen Landtag wurden Fragen zum großflächigen Betrug mit Niederländischer Gülle gestellt. Der größte Teil dieser Gülle stammt aus den überbelasteten Gebieten der Massentierhaltung in den Provinzen Brabant und Limburg. In dieser Hinsicht ist Brabant eindeutig die Nummer eins. Auch im Deutschen Bundestag inzwischen strengere Maßnahmen gegen Gülletransporte aus den Niederlanden gefordert.

1/3 der Gülletransporte nach Deutschland wird auf dem Papier an nicht existierende deutsche Bauern geliefert und bleibt in Holland. Darüber hinaus enthält diese Gülle unglaublich hohen Phosphat- und Stickstoffgehalte. Ein Teil dieses so genannten exportierten Stickstoffs und Phosphats bleibt in Wirklichkeit in den Niederlanden und stellt eine zusätzliche Bedrohung für das Grundwasser, die öffentliche Gesundheit und die Natur in den Niederlanden dar.

Nach den vorherigen Berichten über Düngebetrug (im NRC Handelsblad, einer niederländischen überregionalen Abendzeitung) ist dies wieder ein sehr großer aufgedeckter Betrugsfall. Rund 3.300.000 Tonnen Gülle werden jährlich überwiegend nach Deutschland exportiert. Das sind etwa 100.000 Lastkraftwagen. Ähnliche Probleme ergeben sich auch bei den Ausfuhren in andere Nachbarländer.
Quelle: Rijksdienst voor Ondernemend Nederland / Niederländische Unternehmensagentur (RVO.nl)

1/3 der (angeblichen) Exporte bedeuten, dass etwa 1.000.000 Tonnen Gülle nicht korrekt dokumentiert sind. Dies betrifft etwa 13.000.000 kg Phosphat und 13.000.000 kg Stickstoff.

Ein Teil dieses Dungs wird illegal im ganzen Land in den Niederlanden entladen, was der Natur einen zusätzlichen, nicht benötigten Schub gibt. So erhalten auch Naturschutzgebiete mehr Phosphat- und Stickstoff in Form von Ammoniak, als sie tatsächlich bewältigen können. Diese heimliche Überflutung mit Gülle birgt auch zusätzliche Risiken für die öffentliche Gesundheit; Denken Sie an kontaminierte Grundwasserbrunnen, Sekundärpartikel, die durch Ammoniak gebildet werden, und Viren und Bakterien, die zu neuen Zoonosen führen können. Geruchsbelästigung garantiert.

Dazu einige Links:

FDP Kreis Heinsberg – Illegale Gülletransporte verhindern
http://www.fdp-kreistag-heinsberg.de/

Aachener Nachrichten – Kampf gegen illegale Gülletransporte
https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/heinsberg/der-kampf-gegen-die-illegalen-guelletransporte_aid-33837993

AgrarHeute – Gülletransporte aus NL – Ein drittel falsch dokumentiert
https://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/guelle-importe-niederlanden-drittel-falsch-dokumentiert-548730

 

Die Bürgerinitiative kommentiert kurz und knapp:
Dies bestätigt die kriminellen Methoden der Fleischproduzenten mit NULL Problembewusstsein und einer Ignoranz der Gefahren für Mensch und Umwelt. Die verfehlte Agrarpolitik der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland und Europa führt zu einer Umweltkatastrophe, deren Ausmaß in den nächsten Jahren noch deutlicher wird.

 

Das Bundesland Niedersachsen hat schon im März 2016 mit einem Erlass den Import von Niederländicher Gülle erschwert. Lesen Sie hierzu einen Pressebericht in der OZ.