Schärfere Düngeregeln, Bauern protestieren

Auf Druck der EU Kommission wurden die Düngeregeln nochmals überarbeitet und verschärft. Eine neue Düngeverordnung könnte nach der parlamentarischen Beratung etwa Mitte 2020 in Kraft treten.

 

Und schon steigt heftiger Protest aus der Landwirtschaft auf.

 

 

Dieter Hagedorn, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Lippe (WLV)

„Die neue, fachlich fragwürdige Verschärfung der Verschärfung der Düngeverordnung ist für viele Höfe nicht mehr leistbar, dies wird den Strukturwandel beschleunigen und neuen Größenordnungen in der Landwirtschaft den Weg bereiten“.

 

Einer der Hauptgründe der Verschärfung ist die Mißachtung aller agrar- und umweltwissenschaftlichen Fachempfehlungen.

Schon vor der Verabschiedung der Düngeverordnung 2017 haben alle Experten unisono vor der viel zu laschen Verordnung gewarnt. Sie behielten Recht, denn die EU Kommission ließ sich nicht auf den Kompromiss ein und setzt die Bundesregierung unter Druck. Sollte das Ziel einer deutlichen Nitratreduzierung weiterhin nicht erreicht werden, so drohen Deutschland eine Strafzahlung von täglich 860.000 EURO. Zusätzlich verschärft wird die Situation in unserem Grundwasser durch den Gülletourismus aus NL mit jährlich 66.000 LKWs zusätzlich zu den Überschüssen mit viel zu grossen Tierbeständen hier in Deutschland.

 

Warum richtet sich der Ärger der Bauern nicht gegen die eigenen Interessenvertreter, die sich seit 1993 mit erfolgreicher Lobbyarbeit gegen die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie ausgesprochen haben?

 

Wir als Bürgerinitiative sagen deutlich:
Ideologie und Populismus sind kontraproduktiv. Die Politik ist endlich gefordert, wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent in eine neue Düngegesetzgebung einfließen zu lassen.

 

Dieter Hagedorn, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Lippe lässt anlässlich der Bauerndemo in Münster verlauten:

  • Wir sind an einem Punkt angekommen, wo sich Politik und Gesellschaft entscheiden müssen, ob sie auch künftig noch eine von bäuerlichen Familienbetrieben getragene flächendeckende Landwirtschaft in Deutschland wollen.
  • Die Verschärfung des Düngerechts sei der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe.
  • Es geht um viel: Es geht um eine zukunftsfähige bäuerliche Landwirtschaft – oder ihr Ende.
  • Wir sind zum Dialog bereit. Wir wollen vor Ort unsere Bemühungen beim Wasser- und Artenschutz zeigen.
  • Die Qualität und damit der Schutz des Grundwassers habe für die Bauern höchste Priorität.

 

Liebe Landwirte, wir bedauern ausserordentlich, dass Ihr durch falsche Verbandspolitik Eure bäuerlichen Familienbetriebe selbst ruiniert habt. Erst, wenn Euren Beteuerungen glaubhafte Taten folgen, so sind auch wir dialogbereit.

 

Links:

ZDF Nitrat-Dilemma-um-schärfere-Düngeregeln

WDR 6.000 Bauern protestieren ….

YouTube – Frau Klöckner in Münster