„Glaubwürdigkeit durch echte Bauern“?

© BLE, www.oekolandbau.de, Bild Thomas Stephan

Seit Wochen erhitzen sich die Gemüter um den Transport von Zuchtrindern aus dem Kreis Ahrweiler über gut 6.000 km in den Iran. Durch gut und glaubwürdig dokumentierte Berichte einiger Tierschutzorganisationen sind uns schockierende Zustände bei Tiertransporten über die EU-Außengrenzen bekannt geworden. Amtstierärzte –deutschlandweit- bewerten inzwischen diese Transporte sehr kritisch und verweigern nach Möglichkeit ihre Unterschrift.

 

Bundesländer wie Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein haben inzwischen den Tiertransport über die EU-Außengrenze in 17 Länder verboten, bei denen klar in Zweifel steht, ob sie sich an die EU-Tierschutzstandards halten.

 

Grundgesetz § 20a Tierschutz.

„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

 

Landrat Dr. Pföhler im Kreis Ahrweiler fordert nun von der Landesregierung Rheinland Pfalz ein Verbot von Tiertransporten in diese 17 Länder mit zweifelhaftem Tierschutzstandard.

„Wirtschaftliche Interessen rechtfertigen keine Tierquälerei“.

 

Auch die Kreisveterinärbehörde meldete tierschutzrechtliche Bedenken an und verweigerte eine Unterschrift unter das sogenannte Vorlaufattest. Dieses Attest bescheinigt, dass die Tiere nicht krank sind und der Rinderstall seuchenfrei ist. In zweiter Instanz ordnete das OVG Koblenz mit seinem Urteil die Veterinärbehörde an, das erforderliche Attest zum Transport auszustellen.

 

Durch das Urteil des OVG rückt nun der Tiertransport in Länder außerhalb der EU stärker in das Bewußtsein der Öffentlichkeit. Der Kreisbauern- und Winzerverband im Landkreis Ahrweiler bemüht sich mit Argumenten, den Tiertransport schönzureden und meint:

„Das Verhalten der zuständigen Kreisveterinärbehörde sei nicht nachvollziehbar“

 

Machen wir uns nichts vor, es geht um Geld, um wirtschaftliche Interessen. Da kommt dem Verband die momentane Dürre gerade als Argumentationshilfe recht, die Tiere verkaufen zu müssen, da die Futterversorgung gefährdet sei. Gleichzeitig erklärt Knut Schubert, der Geschäftsführer des Verbands, dass Rinderhalter aus dem Kreis diese Transporte schon seit Jahren organisieren lassen.

 

„Bauern sichern schonende Tiertransporte zu“, so berichtet der General – Anzeiger Bonn.

Mag sein, dass innerhalb der EU Grenzen der geforderte Standard eingehalten wird. Berichte der Tierschutzorganisationen lassen jedoch große Zweifel aufkommen. Jenseits der EU ist ein rechtmäßiger Tiertransport juristisch und praktisch nicht zu garantieren!

 

Hört endlich auf, Tiertransporte schönzureden.

Nehmt das eingeschränkte Wohl Eurer Tiere nicht billigend in Kauf.

Nur mit Achtung vor dem Lebewesen seid Ihr glaubwürdig.

Tiere, als Sache um wirtschaftliche Interessen, brüllen und leiden.