Vom Konsum zur Ausbeutung

Jochen Flasbarth
© BMU/Sacha Hilgers

Anlässlich des Weltüberlastungstags am 29.07.2019 warnt Jochen Flasbarth (SPD), Staatssekretär im Bundesumweltministerium, im Interview vor den weitreichenden Folgen der globalen Erwärmung. Wesentlich sei der „Umbau des Energiesystems.“ so Jochen Flasbarth (SPD).

 

 

„Es geht um mehr als nur um Klimaschutz.
Wir leben weit über unsere Verhältnisse“.

 

Das was wir machen ist eigentlich
keine Konsumgesellschaft mehr, sondern eine Ausbeutungsgesellschaft
und das muß aufhören“.

 

Ein dringender Appell an die Gesellschaft:
„Vorschläge müssen alle zueinander passen, Rosinenpicken geht nicht“.

 

Am 09.08.2019 stellt der UN „Weltklimarat“ IPPC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in Genf seinen Sonderbericht zur Landnutzung vor und fordert eine radikale Wende.
– „Ohne Verzicht wird es nicht gehen“ –
Er ist das führende internationale Gremium zu wissenschaftlichen Fragen und Antworten rund um die Erderwärmung. Hunderte Wissenschaftler sind an diese Expertise beteiligt.

 

Unter anderem steht wieder einmal weltweit die Intensivlandwirtschaft im Brennpunkt.
Fast ein viertel aller vom Menschenverursachten Treibhausgase stammt aus der Bestellung des Bodens
Waldraub für Sojaanbau
Sojaimporte für Massentierhaltung
Klimaschädliches Methangas durch Tierhaltung
Gülleschwemme aus Massentierhaltung
Nitratbelastung des Grundwassers durch zu viel Gülle
Fleischindustrie und Billigfleisch
Hohe Ökologische Schäden durch industrialisierte Landwirtschaft
Forderung und Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft seien dringendes Gebot der Stunde
Die Landwirtschaft müsse auf klimaschonende Methoden umgestellt werden

 

Appell an die Verbraucher
„Wir haben einen Überkonsum an Kalorien“
Deutlich weniger Fleisch essen, bewußter einkaufen
Abfälle vermeiden, ….
…. weltweit gehen laut IPPC 25 bis 30% der produzierten Lebensmittel verloren

 

Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK), Johan Rockström, warnte,
„dass sich das Zeitfenster für entschlossene Maßnahmen schnell schließt“.
Der Bericht des IPPC bestätige, „dass wir vor einem planetaren Notstand stehen“.

 

Wir alle stehen in der Verantwortung
Politik muß schnellstmöglich relevante Maßnahmen treffen
Verbraucher müssen dringend eigenverantwortlich handeln und an Lösungen mitwirken
Radikales Umsteuern bei der Bewirtschaftung von Land und Wäldern
Emissionen aus der Landwirtschaft drastisch verringern
Stopp der Ausbeutung von Land und Wäldern
Lebensmittelverschwendung vermeiden