Klare Akzente setzen

© Shutterstock

Im ZDF Interview  mit Klaus Dörre,  Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena äußerte sich dieser sehr konkret zu Änderungen in unserer Gesellschaft.

 

 

Anlass war die Doppelkonferenz vom 23. bis 27. September 2019 zum Thema: Great-Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften

 

Klaus Dörre:
„Gesellschaften unseres Typs müssen sich dramatisch verändern, von den Produktionssystemen bis zur Lebensweise. Diese Erkenntnis ist in der Gesellschaft noch überhaupt nicht wirklich angekommen. Es gibt eine Kontroverse, wo wir ansetzen sollten. Beim Konsum etwa: Verzicht auf Fleisch, Autofahren, Fliegen? Oder muss man grundsätzlich die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern“?

und

„Man muss klare Akzente setzen.
Ein Beispiel: Das Rauchen in öffentlichen Räumen gibt es deshalb nicht mehr, weil es eine klare Regel gibt, die besagt, dass Freiheiten eingeschränkt werden, die auf Kosten anderer gehen. Wir brauchen also Regeln, die einerseits negative Freiheiten einschränken, andererseits Individuen von Entscheidungszwängen befreien“.

 

Hinsichtlich Landwirtschaft und Massentierhaltung, aber auch Verbraucherverhalten beim Fleischkonsum sieht sich die Bürgerinitiative durch diese Aussage in Ihren Forderungen bestätigt.

 

Klare Akzente setzen fordern wir von der Politik.
Landwirtschaft muß sich in ihrer Arbeitsweise an ökologischen Erfordernissen orientieren.
Schluss mit der EU-Subventionspolitik abhängig von der landwirtschaftlich genutzten Hektarfläche.
Ein Umbau des Fördersystems soll neue Anreize schaffen:
Nachhaltiges Wirtschaften finanziell reizvoll machen, mehr Umweltschutz soll belohnt werden.
Grundwasser künftig besser schützen und das dramatische Artensterben stoppen.

 

Ein großer Konflikt muss gelöst werden:
„Das wichtigste Mittel für das Überwinden ökonomischer Krisen in marktwirtschaftlich-kapitalistischen Gesellschaften ist das Erzeugen von Wirtschaftswachstum. Bleibt Wachstum aus, nehmen Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Ungleichheit zu. Kommt es dagegen zu Wachstum, steigen derzeit Ressourcen- und Energieverbrauch und klimaschädliche Emissionen und damit wachsen ökologische Großgefahren“. (Klaus Dörre)