Artenschutz und landwirtschaftliche Praxis

Quelle: Flyer Kreis Ahrweiler

 

Der Kreis Ahrweiler setzt sich mit dem Projekt „Artenreiche-Wiese“ für mehr Artenvielfalt in der heimischen Natur ein. Er will damit ein Zeichen gegen das Insektensterben setzen.

 

Ziel ist es, mit dem Förderprogramm mehr biologische Vielfalt in unserer Landschaft zu ermöglichen und die regionstypischen Blühflächen wieder zahlreicher werden zu lassen.

 

 

Der Kreisbauern- und Winzerverband Ahrweiler begrüßt das Projekt und sagt:

„Die Förderung der Artenvielfalt im heimischen Raum ist für uns Landwirte seit Jahren ein gelebtes Thema, da wir bereits in vorhandene Projekte eingebunden sind. Auch wenn wir berufsbedingt in Bezug auf unsere Kulturen zwischen Nützlingen und Schädlingen unterscheiden müssen: ohne Insekten existiert keine Landwirtschaft.“ (Quelle: Flyer der Kreisverwaltung AW)

 

Foto: Gülle-StoppNegativbeispiele aus landwirtschaftlicher Feldbestellung machen dennoch auf sich aufmerksam. Ein Landwirt aus Esch bearbeitete mehrere Ackerflächen mit einem Totalherbizid, bevor diese für die Frühjahrsaussaat vorbereitet wurden. Kurze Zeit danach offenbarten sich dem Betrachter viele vormals grüne Wegränder und teilweise komplette Wegabschnitte als „erfolgreich mitbekämpft“. Landwirte verweisen gerne auf die „Gute fachliche Praxis“ ihrer täglichen Arbeit. Dieser Vorfall jedoch wirft einen Schatten auf ihre Arbeitsweise und verantwortungsbewußten Kollegen werden solche schwarzen Schafe sehr missfallen.

 

Am 09. Juni 2017 berichtete der Bonner General Anzeiger mit der Überschrift
„Mit GPS auf dem Acker unterwegs“
Mit der 70.000 Euro teuren Investition dieses Landwirts für eine neue Agrartechnik zur Ausbringung von Flüssigdünger, Herbiziden und Pflanzenschutzmitteln würden zukünftig Überschneidungen durch automatisches Abschalten der Pumpe vermieden, eben dadurch auch Überdüngung und übermäßiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
„Feldgrenzen würden genau eingehalten, auch an Wegen und Randstreifen“.

 

 

Das Projekt „Artenreiche Wiese“ ist ein Appell sowohl an Privathaushalte wie auch an die Landwirtschaft und beruht auf Freiwilligkeit. Die jahrelangen Mahnungen von Naturschützern, die auf anerkannte wissenschaftliche Untersuchungen verweisen, haben zu sehr viel Aufmerksamkeit, Sensibilität und eben auch Betroffenheit in der Bevölkerung geführt. Das Förderprogramm der Kreisverwaltung ist ein lauter Startschuss, dessen Knall dieser Landwirt scheinbar nicht gehört, bzw. geflissentlich überhört hat.

 

Anblicke wie diese sind mehr als ärgerlich und zeigen, wie neben „Guter fachlicher Praxis“ auch Schlamperei stehen kann.

Zu Naturschutz und Förderung der Artenvielfalt, auch in der Landwirtschaft, haben wir hohe Erwartungen.

Wenn Landwirte, wie in den letzten Monaten, mit lautstarken Demonstrationen auf sich aufmerksam machen, so sollten sie wissen, dass neben unserem Verständnis für ihre Probleme auch gleichzeitig eine hoher Anspruch an ihre „Gute fachliche Praxis“ besteht.