schwarzes Gold auf dem Acker getrocknet © Ulrich Hermanns

„Das schwarze Gold der Bauern“

Im Niederdeutschen bedeutet Gülle so viel wie „Pfütze, Lache“. Erst viel später bekam sie die Bedeutung, die das Wort heute hat, nämlich eine Mischung aus Kot und Harn von Schwein, Rind und Geflügeltier.

Gülle besteht zum größten Teil aus Wasser (90-95%) mit darin gelösten Nährstoffen und organischer Substanz sowie einigen Mineralstoffen.

 

Sowohl in der flüssigen als auch in der festen Substanz der Gülle sind die für die Pflanzen wichtigen Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium sowie Magnesium enthalten.

 

Gülle ist ein sogenanntes Tierisches Nebenprodukt (TNP) gemäß der „tierischen Nebenprodukte Verordnung“. TNP umfasst eine Stoffgruppe tierischen Ursprungs.

Gülle ist konzentrierter als Jauche, da reicher an Kalium und Stickstoff, hat einen höheren Trockensubstanzanteil, da auch Kot und oft auch Stroh oder ähnliche Materialien enthalten sein können.

Die kurzfristige Stickstoffwirkung von Gülle ist wegen schnell verfügbarem Ammonium-N (Ammoniak) dem der Jauche überlegen, ist aber wegen der schnelleren gasförmigen Verdunstung des Ammoniaks verlustreicher, da leicht flüchtig.

Gülle hat eine Ätzwirkung auf Pflanzen durch die flüchtigen Fettsäuren. Ausserdem trägt sie stark zur Versauerung des Bodens bei mit nachfolgendem Artensterben der Bodenlebewesen.

Man unterscheidet zwischen unverarbeiteter und verarbeiteter Gülle.
Unverarbeitete Gülle ist ein Produkt, das ohne weitere Behandlung aus dem Stall auf der Ackerfläche aufgebracht werden kann. Laut Auskunft des Kreisveterinäramts Ahrweiler kann dieses Produkt deutschlandweit transportiert werden, ohne weitere Voranmeldung. Im Gegensatz dazu muß unverarbeitete Gülle aus Holland zwingend bei Veterinärämtern in Rheinland-Pfalz zu Kontrollzwecken angemeldet werden. Für uns als Bürgerinitiative stellt sich die Frage, warum zwischen beiden Fällen ein Unterschied besteht?

Verarbeitete Gülle ist ein Produkt, das bei einer Temperatur von 70°C eine Stunde lang „hygienisiert“ wird (Verminderung eines seuchenhygienischen Risikos). Experten halten diese Methode für nicht ausreichend, um alle Keime abzutöten. Verarbeitete Gülle darf aus Holland importiert werden ohne Voranmeldung bei Veterinärbehörden. Es müssen lediglich die entsprechenden Dokumentationen in der Kette zwischen Lieferant und Abnehmer erfolgen. Oftmals wird gerne darauf hingewiesen, dass Gülle aus Biogasanlagen die Erfordernis zur Hygienisierung erfüllen. Dies ist falsch, denn Biogasanlagen verarbeiten nur bei Prozesstemperaturen von etwa 35°C – 55°C. Unter diesen Bedingungen werden Keime nicht abgetötet. Keime haben eine sogenannte mesophile Eigenschaft, was bedeutet, dass sie mittlere, nicht extreme Umgebungstemperaturen bevorzugen.

Folgende Publikation Hygienisierung von Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen kommt zu einem anderen Ergebnis.

Weiterhin sei auf eine Beschreibung einer technische Anlage zur Hygienisierung hingewiesen.

 

Naturdünger?
Kreislaufwirtschaft/Wirtschaftskreislauf

Gülle ist unbestritten ein Naturdünger!

Aus Sicht der Bürgerinitiative verdient Gülle allerdings nur dann diese Bezeichnung, wenn sie aus dem kleinbäuerlichen Kreislauf und nicht aus dem „Wirtschaftskreislauf“ der Massentieranlagen stammt.

Naturdünger ist, was aus einem geschlossenen betrieblichen Nährstoffkreislauf übrig bleibt
und dem Boden das wieder zuführt, was mit der Feldfrucht eingefahren wird.
Flächengebundene Tierhaltung, betriebseigene Futtermittel, artgerechte Tierhaltung, vielseitige Fruchtfolgen, Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, betriebseigene organische Dünger.

Gülle als Sondermüll aus Massentieranlagen ist belastet mit Arzneimittelrückständen, vor allem mit Antibiotika und verdient nicht die Bezeichnung Naturdünger.

Die Agrarindustrie bedient sich gerne dieser Bezeichnung und blendet den arglosen Verbraucher, indem die Wertigkeit eines industriell erzeugten Wirschaftsdüngers mit dem Begriff Naturdünger schöngeredet wird. Im sogenannten „Wirtschaftskreislauf“ spielen Profitmaximierung und das damit im Zusammenhang entstehende Entsorgungsproblem eine grosse Rolle.

Diese Zusammenhänge zur Kreislaufwirtschaft werden einfach erklärt mit einer Unterrichtseinheit des AID für den „Ökolandbau im Kreislauf“

 

 

 

Misthaufen im Feld © Ulrich Hermanns

 

Jauche

ist ein Sickersaft, der aus Misthaufen mit Urin und Kot austritt. Sie besteht hauptsächlich aus Urin und Regenwasser (Schwemmentmistung), wenn ein Misthaufen unter freiem Himmel gelagert wird. Deshalb besteht Jauche fast nur aus Urin.

 

 

Jauche hat einen vollkommen anderen Geruch als Gülle, da der Mist Geruchsstoffe bindet und somit die Nährstoffe für den Boden nur sehr langsam frei gibt.

Für die Lagerung von Mist im Feld gibt es Vorschriften, um ein unkontrolliertes Eindringen von stickstoffhaltigen Substanzen ins Erdreich zu verhindern. Es muß unterschieden werden, ob Mist im Feld lagert, oder in einer Anlage auf der Hoffläche.

Eine Die entsprechende Landesverordnung finden Sie hier . Das Institut für ökologischen Landbau hält hierzu ein sehr informatives Merkblatt bereit.

Die Landwirtschaftskammer RLP beantwortet die Frage zum Bau, ob bei einer Dungstätte für Pferdemist eine Jaucheanlage notwendig ist mit folgendem Merkblatt .

 

Der Sickersaft, der aus Mist als Jauche austritt, enthält sehr viel weniger Trockensubstanzanteile -vergleichbar mit einer Teeaufschüttung mit oder ohne Filter-.

Gülle und Jauche unterscheiden sich deutlich in ihrem Nährstoffgehalt. Die Gülle ist konzentrierter, somit reicher an Kalium und Stickstoff,  hat auch einen höheren Trockensubstanzanteil, da auch Kot und oft auch Stroh (Einstreu) oder ähnliche Materialien bei der Ausbringung enthalten sind.

Die Nährstoffe werden durch Gärprozesse zum Teil mineralisiert, das heißt in anorganische Formen überführt (Ammonium, Nitrat, Phosphat) und sind damit sofort für die Pflanzen verfügbar.

 

 

Biogasanlage © Ulrich Hermanns

Gülle aus Biogasanlagen

Flüchtige Fettsäuren (Hauptgeruchsfaktor) werden stärker abgebaut, dadurch entsteht eine geringere Geruchsbelästigung.

Vergorene Gülle (anaerobe feuchte Fermentation) weist bei geringerem Trockensubstanzgehalt eine höhere Fließfähigkeit auf, läuft besser von den Pflanzen ab -im Falle einer Kopfdüngung- und dringt schneller in den Boden ein. Außerdem führt der Fermentationsprozess zu weniger Keimbelastung

 

In den Biogasanlagen wird die Gülle zusammen mit anderen Co-Substraten (NAWARO = Nachwachsende Rohstoffe z.B. Silomais, Ganzpflanzensilage, Gras u.a.) vergoren, so dass das Endprodukt sich aus den Inhaltsstoffen verschiedener Ausgangsmaterialien zusammensetzt.

NAWARO Co-Substrate unterscheiden sich von Co-Fermenten aus biogenen Abfällen wie Speiseresten, Magen- und/oder Panseninhalt von Schwein und Rind, Fettabscheiderrückständen aus Großküchen und Gastronomie und Bioabfälle.

Im Gegensatz zum Bundesumweltamt/Bioabfälle sind wir der Meinung, dass diese Endprodukte aus der trockenen Fermentation in Biogasanlagen nicht zur Düngung auf Ackerflächen und Grünland eingesetzt werden dürfen, da sowohl tierische Bestandteile wie Knochen oder auch Reste von Verpackungsmaterialien auf einigen Flächen gefunden wurden.

 

Der Prozessablauf einer Biogasanlage wird in mehreren YouTube Videos  ganz gut erklärt. Hier ein Beispiel

Die Uni Düsseldorf erklärt in einem Vortrag sehr gut die Funktion einer Biogasanlage.

 

Biogasanlage © Ulrich Hermanns

Biogasspeicher sind abgedeckt mit zwei verschiedenen Folien, dem sogenannten sehr ausdehnungsfähigen Doppelmembranspeicher.

Die innere hochelastische PE Folie passt sich flexibel an den Gasdruck an. Sie dichtet den Fermenter ab und gewährleistet, dass das entstehende Biogas nicht entweichen kann.

Die äußere PVC Folie ist eine Wetterschutzfolie. Mit einem Gebläse wird zusätzlich Luft zwischen die beiden Folien geführt, um das „Tragluftdach“ ständig in Form zu halten. Somit ist diese äußere Folie unempfindlich gegen Sturm, Regen und Schneelast.

Das Foto links zeigt zwei Anlagen, die den Unterschied der Ausdehnungsfähigkeit der Folien gut erkennbar zeigen.

Die im Fermenter verlaufende Vergärung unter Luftabschluß erzeugt das Biogas Methan, das sich unter der Folienkuppel sammelt. Die Verweildauer der Rohstoffe im Fermenter beträgt etwa 60-70 Tage. Auf dem Foto nebenan erkennt man gut den Unterschied der Folien mit und ohne Gasdruck.

 

 

Die Ammoniumgehalte (NH4) in Biogasgüllen liegen höher. Dies bedeutet eine steigende Ausgasungsgefahr von Ammoniak (NH3). Daraus lässt sich folgern, dass die diesbezüglichen Grundregeln bei der Gülleausbringung verstärkt beachtet werden sollten:

Nicht bei großer Hitze und starker Sonneneinstrahlung und mit möglichst bodennaher Ausbringtechnik ausgefahren, bestenfalls mit Injektionstechnik. Eine Verdünnung mit Wasser ist je nach Zusätzen zu empfehlen, wobei Biogasgüllen an sich ja fließfähiger sind. Rindergülle hat im Gegensatz zu Schweinegülle viel Schleimstoffanteil, ist dadurch zähflüssiger. Abbauprozesse bei der anaeroben Gärung verbessern jedoch die Fließfähigkeit.

 

Der tatsächlich vorhandene Nährstoffgehalt hängt vom Gehalt der ursprünglichen Gülle, dem Gehalt der zugesetzten Substrate und den jeweiligen Mengenanteilen ab. Die Nährstoffe werden durch den Abbau organischer Substanzen schneller freigesetzt. Sie sind daher leichter pflanzenverfügbar.

Bei einem pH-Wert um 7,0 liegt der nichtorganische Stickstoff-Anteil in der Gülle hauptsächlich als Ammonium-N (NH4) und nicht als Ammoniak (NH3) vor. Mit steigendem pH-Wert nimmt der Ammoniak-Anteil (NH3) in der Gülle zu und der Ammonium-Anteil (NH4) proportional dazu ab. Bei pH 8,5 beträgt der Ammoniak-Anteil bereits ca. 15 %, bei pH 9,0 sogar 40 %.

 

Mit zunehmendem Ammoniak-Anteil (NH3) steigen die gasförmigen N-Verluste deutlich an. Dieser Prozess ist temperaturabhängig. Durch starke Sonneneinstrahlung stark erwärmt, kann verstärkt Ammoniak (NH3) abgasen. Höhere gasförmige Stickstoff (N)-Verluste treten auf.


Deshalb müssen derartige Güllen besonders verlustarm ausgebracht werden. Diese Güllen sollten im Ackerbau sofort eingearbeitet und auf Grünland und Feldfrucht während der weniger emissionsträchtigen Zeiten (bedeckter Himmel, Nachmittag oder Abend) bodennah und großtropfig ausgebracht werden.

 

Fazit
Biogasgüllen sind geruchsärmer als “normale” Güllen. Die Nährstoffgehalte, die für eine Düngeplanung relevant sind, hängen von den Gehalten der eingesetzten Gülle (Fütterung) sowie der zugesetzten Cosubstrate und dem Mischungsverhältnis der beiden Komponenten ab. Häufig sind vergorene Endprodukte von Biogasanlagen nährstoffreicher als die Ursprungsgülle, die Schwankungsbreiten sind aber eher stärker. Klarheit kann aber nur eine Laboranalyse bringen, um die Voraussetzungen für eine fachlich fundierte Düngeplanung zu gewährleisten.

 

Zum Schluss noch ein Hinweis zur Transportproblematik von Gülle.
Gülle besteht zu 90-95% aus Wasser. Es gibt inzwischen Techniken zur Trennung. Diese bieten mehrere Vorteile:

  1. Bessere Lagerkapazität für die Trockenmasse. Offene Güllelager werden überflüssig.
  2. Niedrigere Transportkosten
  3. Effektiverer Düngeeinsatz, da der Stickstoff genauer dosiert werden kann
  4. Schließlich kaum noch Belästigung durch Geruchsemissionen

Wir geben jedoch sehr zu bedenken, dass mit Einsatz dieser Technik der enorme Druck für die Betreiber von Massentierställen, die Gülle irgendwie entsorgen zu müssen, entfällt. Dies würde die Anzahl und Größe von „Qualtierställen“ eher konstant halten bzw. vergrößern und das leidvolle kurze Leben der Tiere bliebe bestehen.

 

Die Techniken zur Trennung von Gülle sind folgende und können in den beiden sehr ausführlichen Downloads Bundesumweltamt und auch Landwirtschaftskammer NRW genauer studiert werden.

  • Separierung
  • Fermentation
  • Eindampfung
  • Trocknung
  • Ammoniakstrippung
  • Membrantechnik

Es sei darauf hingewiesen, dass einige dieser Methoden nur die festen Bestandteile aus der Gülle trennen.
Jedoch verbleibt der wasserlösliche Ammoniak-Stickstoff im wässrigen Teil.
Die technische Entwicklung zur Lösung auch dieses Problems steht noch aus.

 

Die Weiterentwicklung dieser Techniken für den großindustriellen Einsatz würden in wenigen Jahren das Güllebecken in der Grafschaft überflüssig machen! Die Baukosten wären eine Fehlinvestition. Transporte von Gülle aus Holland oder gar Niedersachsen bis ans Becken würden sich wegen steigender Kosten kaum noch lohnen.

 

© Shutterstock_86309605

Vergiftungsgefahr durch Güllegase
Quellen: Bundesumweltamt und Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

 

Auch im Außenbereich können Menschen und Tiere gefährdet sein. Im Umgang mit Gülle kommt es in geschlossenen oder schlecht belüfteten Ställen immer wieder zu schweren Unfällen durch Vergiftungen. Neuere Unfallgeschehen verdeutlichen, dass Güllegase, insbesondere Schwefelwasserstoff, auch im Außenbereich eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen und in tödlicher Dosis auftreten können.

 

Schwefelwasserstoff (H2S)
ist schwerer als Luft und riecht in geringerer Konzentration nach faulen Eiern. Gefährlich wird es besonders dann, wenn man das Gas nicht mehr riecht. Schon ab einer Konzentration von etwa 200 ml/m3 (200 ppm) lähmt das Gas den Geruchssinn. Ab einer Konzentration von 500 – 700 ml/m3 wirkt es stark toxisch und kann nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen.

Beim Bewegen der Gülle wird Schwefelwasserstoff freigesetzt
Güllegase entstehen beim biologischen Abbau der Gülle durch Mikroorganismen unter Sauerstoffausschluss (anaerobe Bedingungen). Vorsicht ist daher  geboten, wenn Gülle abgelassen, gerührt oder umgepumpt wird.

Bei warmen Temperaturen und Windstille ist Vorsicht geboten.
Hohe Temperaturen fördern biologische Prozesse. Der mikrobielle Abbau der Gülle wird dadurch beschleunigt, die so erhöhten Umsetzungsprozesse steigern die Schadgasbildung.

 

Kohlendioxid (CO2)
Kohlendioxid oder korrekter Kohlenstoffdioxid kommt ebenfalls in der Gülle vor. Es wird von Bakterien ständig „ausgeatmet“ und gast aus in die Umgebungsluft. Da es schwerer als Luft ist, bildet es über der Gülle einen Gasglocke.

Das Gas hat keine Warnwirkung durch Geruch, bekannt auch durch Rauchgasvergiftungen bei Wohnungsbränden.

Kohlendioxid wirkt erstickend und lähmend auf das Atemzentrum. Ein CO2-Vergifteter wird deshalb an der frischen Luft nicht von alleine wieder zu atmen beginnen. Er muss beatmet werden.
Da CO2 so schwer ist, kann es wie H2S nur mit Gebläseeinsatz vertrieben werden.

 

Methan (CH4)
Methan ist das leichteste der Güllegase. Es wird ständig von Bakterien produziert und an die Umgebungsluft abgegeben und verschwindet rasch in die Atmosphäre, wo es als Treibhausgas mittlerweile traurige Berühmtheit erlangt hat. Wird Methan in geschlossenen Gruben ohne Lüftungsflächen gefangen gehalten, erreicht es rasch einen Anteil von 4,5 % des Luftvolumens. Dann fehlt nur noch ein Zündfunke, um das Methan-Luft-Gemisch zum Explodieren zu bringen. Methan hat kaum Warnwirkung durch Geruch.

 

Ammoniak (NH3)
Ammoniak ist reizend und in größeren Mengen giftig. Es reizt Augen, Schleimhäute und Atemwege (Tränenfluß und Husten). Kinder und Asthmatiker sind besonders gefährdet.
95% des Ammoniaks in der Atmosphäre stammen aus der Tierhaltung. Es riecht nicht nur unangenehm sondern trägt auch in hohem Maße zur Bildung des gesundheitsgefährdenden sekundären Feinstaubs bei.

 

Lachgas – Distickstoffoxid (N2O)
Lachgas (N2O) ist ein Treibhausgas, das rund 300-mal so klimaschädlich ist wie Kohlendioxid (CO2). Hauptquellen für Lachgas sind stickstoffhaltige Düngemittel in der Landwirtschaft und die Tierhaltung, auch Prozesse in der chemischen Industrie sowie Verbrennungsprozesse.
Lachgas wird ebenfalls als Droge inhaliert mit z. T. erheblichen Gesundheitsrisiken wie Gehirnschädigung durch Sauerstoffmangel, Taubheits- und Schwindelgefühle, ebenso Lähmungserscheinungen.
Lachgas zerstört die Isolierung der Nervenbahnen und greift das Knochenmark an. Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sind die ersten Anzeichen nach Lachgasinhalation.

 

Nun mag folgende Befürchtung berechtigt sein:
Können diese Gase im geplanten Gelsdorfer Güllebecken mit der riesigen Menge von 5,5 Mio. Litern eine Gefahr für die Umwelt und eine starke Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier in den nahe gelegenen Dörfern sein?

 

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger hat auf dem Deutschen Bauerntag im Juni 2014 für mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft geworben. Besonders besorgniserregend seien die immer noch viel zu hohen Stickstoffemissionen, wie etwa Ammoniak aus der Tierhaltung.

Dazu die Präsidentin Krautzberger
„Wir brauchen für die Intensivtierhaltung anspruchsvolle, europaweite Standards, die die Stickstoffemissionen deutlich mindern. In der Industrie ist das gängige Praxis – warum nicht in der industriellen Landwirtschaft?
Mit Abluftreinigungstechnik (Filtereinbau) lassen sich die Ammoniakemissionen aus Ställen um 70 bis 90 Prozent reduzieren“. Ammoniakemissionen entstehen aber auch direkt über den Äckern, wenn Dünger ausgebracht wird, so Präsidentin Krautzberger. „Wenn wir beim Düngen stärker auf emissionsarme Verfahren setzen, senkt das die Stickstoffemissionen deutlich.“