Klärschlamm und seine Verwendung bzw. „Entsorgung“ sind ein viel diskutiertes sachliches, aber oft auch emotional befrachtetes Thema.

 

Klärschlammentsorgung
Elementarer Kernpunkt der novellierten Klärschlammverordnung 2017 ist die künftige Rückgewinnungspflicht von Phosphor (P) aus Klärschlamm bzw. Klärschlammverbrennungsaschen

 

In Abhängigkeit vom Entsorgungsweg sind verschiedene rechtliche Regelungen zu beachten. Für die bodenbezogene Verwertung von Klärschlämmen z. B. in der Landwirtschaft sind die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) sowie die Vorgaben des Düngerechts, insbesondere die Düngeverordnung (DÜV) und Düngemittelverordnung (DüMV) von Bedeutung.

 

Auszug Umweltbundesamt zur Klärschlammverordnung:
„…. Demnach dürfen Kläranlagen mit über 100.000 bzw. 50.000 Einwohnerwerten Klärschlamm nur noch bis 2029 bzw. 2032 bodenbezogen verwerten. Danach sind Klärschlämme mit mindestens 20 g Phosphor/kg sowie Klärschlammverbrennungsaschen einer Phosphorrückgewinnung zu unterziehen. Schon heute wird der überwiegende Teil der ca. 1,8 Mio. Tonnen kommunaler Klärschlämme nicht mehr landwirtschaftlich eingesetzt, sondern thermisch in Mono- und Mitverbrennungsanlagen behandelt“

 

Neben seiner Nährstoffwirkung müssen mögliche Schadwirkungen aufgrund kritischer Gehalte an Schwermetallen und organischen Schadstoffen im Klärschlamm in die Betrachtung mit einbezogen werden. Die Schwermetallgehalte sind in den letzten Jahrzehnten rückläufig. Insbesondere die Belastung mit Blei, Cadmium, Chrom, Quecksilber, Nickel, Kupfer und Zink stehen im Fokus.

 

Keime im Klärschlamm,
„Im Abwasser und Klärschlamm kann eine Reihe von Krankheitserregern menschlicher und tierischer Herkunft enthalten sein. Das Spektrum reicht von einer Vielzahl von Bakterien, Viren und parasitären Erregern bis zu Hefen und Pilzen. Bei der derzeit üblichen Abwasser- und Schlammbehandlung werden die Krankheitserreger einerseits in gewissem Umfang dezimiert, andererseits in den Klärschlamm überführt und dort aufkonzentriert. Eine gezielte Abtötung der Keime (Hygienisierung) findet auf den Kläranlagen in der Regel nicht statt. Die Überlebensdauer von Mikroorganismen ist sehr unterschiedlich und reicht bei sporenbildenden Bakterien bis zu mehreren Jahren“

                                                                                 Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt

 

Bodenbezogene Verwertungen:

  • in der Landwirtschaft
  • bei landschaftsbaulichen Maßnahmen, z.B. Rekultivierung
  • sonstige stoffliche Verwertung, z.B. Vererdung, Kompostierung, Vergärung

Andere Verwertungen:

  • Thermische Behandlung (Mitverbrennung, Monoverbrennung)

 

Für eine Vertiefung ins Thema bieten wir nachfolgend eine Linksammlung an:

Gesetz
Verordnung über die Verwertung von Klärschlamm, Klärschlammgemisch und Klärschlammkompost
Klärschlammverordnung

Umweltbundesamt  –  PDF zur Klärschlammentsorgung
Klärschlamm und seine Entsorgung

Umweltbundesamt – Klärschlammentsorgung in Deutschland
Klärschlammentsorgung-in-Deutschland

Bundesministerium für Umwelt
Abfall/Klärschlamm

Bayerisches Landesamt für Umwelt
Klärschlamm – Bearbeitung im Klärwerk

Bayerisches Landesamt für Umwelt
PDF – Klärschlammentsorgung

Ausbringung von Klärschlamm in der Landwirtschaft
Bayerisches Landesamt Umwelt
Klärschlamm/Landwirtschaft

Umweltwirtschaft
Wasser-und-Abwasserbehandlung/Schlamm

EU Recycling  –  Zukunft der Klärschlamm­-Entsorgung in vielen Punkten offen
Recycling

Wikipedia  –  Phosphorelimination
Phosphorelimination

Wikipedia  –  Kläranlage
Kläranlage

Die ZEIT  –  Wohin mit dem Klärschlamm
Wohin-mit-dem-Klärschlamm-Kommunen-suchen-neue-Abnehmer

NDR  –  Klärschlamm, kein Platz mehr für den letzten Dreck
Klaerschlamm-Kein-Platz-fuer-letzten-Dreck