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Resistente Würmer
Auch resistente Würmer sind ein wachsendes Problem. Weltweit zählt man mehr als 25.000 Arten.

 

Schätzungsweise 40 bis 60 Millionen Menschen sind weltweit (in Deutschland eher seltener) mit dem Rinderbandwurm infiziert. Eine Infektion erfolgt über den Verzehr von rohem oder halbgarem infizierten Rindfleisch. War das Fleisch zuvor gefroren oder ist es gut durchgegart, ist es dagegen unbedenklich.

 

Insgesamt, so schätzt man, sind etwa zwei Milliarden Menschen von parasitären Würmern (Helminthen) besiedelt, der Großteil in den warmen Klimazonen der Erde. Bekannt sind etwa 150 verschiedene humanpathogene Würmer, die in Rundwürmer (Nematoden), Bandwürmer (Zestoden) und Saugwürmer (Trematoden) unterteilt werden.

 

Man unterscheidet grob zwischen:

  • Rundwürmer (Nematoden)
    Madenwürmer (Oxyuren), Spulwürmer (Askariden), Peitschenwürmer (Trichurien)
    Trichinen (Trichinella), Hakenwürmer (Uncinariastenocephala, Ancylostomacaninum), Fadenwürmer (Filarien)
  • Saugwürmer (Trematoden), zählen zu den Plattwürmern
    Schistosoma (Pärchenegel), Fasciola (Leberegel z. B. Rind), Darmegel (Fasciolopsis), Lungenegel (Paragonimus)
  • Bandwürmer (Zestoden), zählen ebenfalls zu den Plattwürmern
    Fischbandwurm (Diphyllobothrium), Rinderbandwurm (Taenia saginata), Schweinebandwurm (Taenia solium), Echinokoccosen (Fuchs, Hund)

 

Einige Wurmarten sind gegen bestimmte Entwurmungsmittel (Antihelminthica) resistent geworden. Die Resistenz von Leberegeln gegen Triclabendazol (Produktname: Fasinex) breitet sich zunehmend aus. Sie gehören zum Stamm ‚Plattwürmer‘, die Pflanzenfresser wie Rinder oder Schafe, allerdings auch Schweine befallen.

 

Die Pharmazeutische Zeitung zitiert in ihrer Ausgabe 19/2015 den Experten für parasitäre Erkrankungen, Professor Dr. Egbert Tannich vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg:

„Würmer sind relativ große mehrzellige Organismen und können nicht wie Bakterien oder andere Einzeller von Fresszellen des Immunsystems eliminiert werden. Dennoch werden sie von der Immunabwehr als fremd erkannt und ähnlich wie Organe nach Transplantationen abgestoßen. Um dies zu verhindern, haben Würmer Mechanismen entwickelt, die unser Immunsystem in gewisser Weise unterdrücken“.

 

Durch den massiven Einsatz von Antihelminthica entsteht das Risiko von Resistenzen, die auch riskant für den Menschen sind. Die Infektion erfolgt durch die Aufnahme von Wurmeiern durch den Mund, können aber auch über Fäkalien übertragen werden. Wurmeier können sich beispielsweise auf verseuchtem Gemüse, Fallobst, in der Erde oder im Sand (zum Beispiel auf Spielplätzen) befinden.

Durch den Verzehr von rohem oder halbgarem, mit Wurmlarven infiziertem Fleisch können ebenfalls Wurminfektionen übertragen werden. Die Eier oder Larven entwickeln sich dann im Körper zu ausgewachsenen Würmern. Je nach Wurmart können im Stuhl Eier, Würmer oder Wurmteile gefunden werden.

Es gibt Prognosen, dass die Resistenz von Würmern ein künftiges Thema bei der Beziehung zwischen Menschen und der intensiven Viehzucht sein wird.

Einen Einblick zur Problematik des Parasitenbefalls in Ställen geben die Entwurmungsstrategien in der Schweinehaltung der Landwirtschaftskammer NRW.

 

© Shutterstock_428060587Resistente Schimmelpilze

Schimmelpilze wachsen fadenförmig (Zellfäden = Hyphen) auf Oberflächen und bilden ein „Schimmelpilzgeflecht“ (Myzel). Unter bestimmten Bedingungen bilden Schimmelpilze Sporen aus, die ausschließlich der Verbreitung dienen. Diese haben aufgrund ihrer artspezifischen Größe und Flugfähigkeit eine unterschiedliche Lungengängigkeit. Schimmelpilzsporen können bei entsprechend veranlagten Menschen zu Sensibilisierungen führen und Allergien auslösen.

Im Gegensatz zu Bakterien können sich Schimmelpilze nicht direkt im Wasser vermehren, sondern finden sich besonders an feuchten Oberflächen.

Fast alle Schimmelpilze benötigen für ihr Wachstum eine hohe Luftfeuchtigkeit. Einfache Maßnahmen gegen das Wachstum von Schimmelpilzen bestehen im Allgemeinen darin, die Luftfeuchtigkeit in Ställen zu vermindern.

 

Die Stoffgruppe der Azole gehört zu den größten und bedeutendsten Fungiziden.
Ein Fungizid ist ein chemischer oder biologischer Wirkstoff, der Pilze oder ihre Sporen abtötet oder ihr Wachstum für die Zeit seiner Wirksamkeit verhindert.

 

Schimmelpilze bilden ein unverzichtbares Glied in unserem Ökosystem, gleichzeitig werden sie an vielen Stellen bekämpft. Sie werden zum Beispiel bekämpft in der Landwirtschaft und der intensiven Viehzucht, aber auch im Gartenholz, Silikon und einer Vielzahl von Verwendungen in Konsumartikeln. Zur Bekämpfung dieser Schimmelpilze werden Azole verwendet.

In der Landwirtschaft wurden zwischen 1990 und 1996 bestimmte Fungizide (Azole) zur Bekämpfung der Schimmelpilze eingeführt, mit der Folge, dass in der Umwelt nun resistente Aspergillusschimmel vorkommen.

Diese resistenten Aspergillusschimmel gelangen über die Luft zu den Menschen und führen bei geschwächten Personen zur „Azolresistenz“, die dann u. a. einen Pilz in die Lunge bekommen können. Ärzte waren gewöhnt, diesen Pilz mit medizinischen Azolen zu bekämpfen. In den letzten Jahren jedoch treffen Ärzte zunehmend Aspergillusschimmel an, die resistent gegen medizinische Azole sind. Das heißt, dass einigen geschwächten Menschen nicht mehr gegen diesen Schimmel geholfen werden kann, weil sie gegen das Medikament resistent geworden sind. Große Probleme bereiten auch stark verbreitete Pilzerkrankungen von Finger- und Fußnägeln.

Beunruhigend ist, dass auch bei Patienten, die keine Azolbehandlung erhalten haben, resistente Aspergillusschimmel gefunden wurden. Dies bedeutet, dass der Aspergillusschimmel immer andere Wege findet, um sich gegen Azole zu schützen und dass die Resistenzen sich noch schneller ausbreiten als das jetzt schon der Fall ist.

Für die Ausbreitung des resistenten Schimmels wird angenommen, dass diese von der Intensität des Gebrauchs von Fungiziden in der Landwirtschaft herrührt.