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Das Ausmaß mit dem die Viehzucht jetzt praktiziert wird, erhöht den Austausch von Keimen zwischen Mensch und Tier und zwischen den Tieren untereinander. In Südostasien zum Beispiel ist der Kontakt zwischen Menschen und Tieren so intensiv, dass Hotspots für neue Infektionskrankheiten entstehen.

 

Berüchtigt ist zum Beispiel das Dreiecksverhältnis, das der Influenza-Virus dort mit Enten, Schweinen und Menschen hat. Dies schafft immer neue Grippevarianten, die zu schweren Epidemien führen können, sogar zu globalen Pandemien.

 

 

Solche Orte sind auch in Indonesien und Afrika zu finden. Durch unterschiedliche Arten von Viren, entstehen manchmal für Menschen völlig neue Viren wie SARS-Virus (Severe Acute Respiratory Syndrome) Ende 2002.

 

In diesen Hotspots sind es der intensive Kontakt zwischen Mensch und Tier, welche eine Quelle für Ausbrüche von Infektionskrankheiten sein können. In der westlichen Welt ist es die enorme Zahl von Tieren in Intensivhaltung, die ein Risiko für das hereinholen, anpassen und mutieren, verbreiten und übertragen von Viren bilden.

 

Die internationalen Transporte von Vieh, aber auch die Vermischung von Wohnen und Viehzucht die für einen Austausch zwischen Mensch und Tier, erhöht die Chance, dass Viren sich schnell, von ihrem Ursprung in die nähere Umgebung aber auch irgendwo weiter weg, in eine Version mutieren, die auch Menschen schaden können.

 

Ein sehr zu beachtendes Beispiel ist das Hepatitis-E-Virus (HEV).
Von diesem weiß man noch nicht genau, wie es sich auf das (Wild)- Schwein überträgt.
Es gibt verschiedene Genotypen (Erbbild eines Organismus). Die HEV-Genotypen 3 und 4 können sowohl im Menschen als auch in Tierprodukten wie Schweinefleisch nachgewiesen werden und besitzen demzufolge zoonotisches Potenzial (Zoonose = Übertragung vom Tier zum Menschen und umgekehrt).

 

Näheres dazu ist beim Robert-Koch-Institut (RKI) in einem Epidemiologischen Bulletin zu finden.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sagt folgendes zu:
Fragen und Antworten zur Übertragung des Hepatitis E- Virus durch Wild- und Hausschweine und daraus gewonnene Lebensmittel

 

Beide zusammen, RKI und BfR, geben umfangreiche Empfehlungen

 

Laut Robert-Koch-Institut sind in Deutschland Schweine zu 40-50% mit dem Virus infiziert, in den Niederlanden sogar bis zu 80%. Sicher ist jedoch, dass der Verzehr von rohem Schweinefleisch z. B. rohe Innereien, aber auch Rohwurstprodukte wie Tee- und Mettwurst sowie Schweinemett ein besonders hohes Risiko darstellen. Auch durch das Trinken von verunreinigtem Wasser oder durch Essen von Kopfsalat, der mit verunreinigtem Oberflächenwasser bewässert wurde, besteht eine Infektionsgefahr.

Beim Ausnehmen von Schweinen im Schlachthaus, wie auch Jägern im Wald, rät das Robert-Koch-Institut zum Tragen von Schutzkleidung.

 

Es gibt (noch) keine Vorschrift, Spenderblut auf Hepatitis-E-virus zu untersuchen. Die Kosten pro Untersuchung betragen ca. 20,00 €. In der Presse sind dazu interessante Beiträge zu lesen:

 

SPIEGEL:
Mediziner weisen Viren in Spenderblut nach

SZ Süddeutsche: 
Die Heimtücke von Hepatitis E

Im Deutschlandfunk heißt es :
Blutprodukte sollen auf Erreger getestet werden

Kürzlich meldete die Uni Mainz ihre freiwilligen Tests. Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz erhöht die Sicherheit der Blutpräparate
Test auf Hepatitis-E-Virus bei allen Blutspenden  Dazu schreibt die Landeszeitung Rheinland-Pfalz folgendes.

Schließlich sei noch auf die umfangreiche Stellungnahme des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit hingewiesen.

 

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Ein weiterer Virus ist der Influenza-Virus.
Menschen können mit dem Influenzavirus durch direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel und Schweinen infiziert werden. Menschen, die mit Schweinegrippevirus infiziert sind, zeigen die gleichen Symptome wie nach einer Infektion mit einem menschlichen Influenza-Virus. Da die gleichen Subtypen bei Schweinen wie beim Menschen existieren, entsteht ein gewisses Maß an Immunität, durch die die Infektion weniger schwerwiegende Folgen hat. Bei Menschen, die mit Schweinen beruflich in Kontakt kommen (Schweinezüchter, Tierärzte) werden im Blut öfter Antikörpern gegen die Schweineinfluenzaviren gefunden als bei denjenigen, die mit diesen Tieren keinen Kontakt haben.

Kontakt kann dann ein sehr weit gefasster Begriff sein, so kann z. B. ein Besuch einer Landwirtschafts- messe zu einer Infektion mit dem Virus führen.

Während des Ausbruchs in sehr vielen niederländischen Geflügelfarmen im Jahr 2003 wird bei 89 Personen die eine Infektion haben, das gleiche Influenzavirus gefunden. Hier ging es vor allem um eine Entzündung der Augenschleimhaut, aber auch um einen Sterbefall. Auch bei dem jüngsten Ausbruch der Vogelgrippe A  H5N1  in weiten Teilen des Nahen Ostens, werden Infektionen beim Menschen gemeldet. Obwohl dieser Virus in mehreren Ländern beim Geflügel weit verbreitet ist, wurde bisher nur von relativ wenigen Infektionen beim Menschen berichtetet. Wenn Infektionen beim Menschen auftreten, sind die Folgen jedoch schwer: mehr als die Hälfte der (gemeldeten) Infizierten stirbt an den Folgen der Infektion.

Vorerst scheint geklärt zu sein, dass diese Vogel-Influenzaviren nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sind.

Transporte zwischen Geflügel- und Schweinefarmen oder die gemischte Haltung dieser Tiere in einem einzigen Betrieb, sorgt jedoch für den Austausch von genetischem Material der Viren. Darüber hinaus macht es die Westflämische Situation, in der viele Betriebe in kleinem Abstand voneinander liegen, zudem mit einer wechselnde Stallbelegung (Geflügel und / oder Schweine) nicht nur wahrscheinlicher das genetische Material auszutauschen, sondern auch die Übertragung von Infektionen sowohl von der Schweinegrippe als auch von der Geflügelvariante.

Außerdem zeigt die gleiche Untersuchung, dass die Vermischung von verschiedenen Gruppen von Tieren / Stallungen, durch die offene Struktur der Betriebe, für die gleiche Wirkung einer genetischen Mutation sorgt

Und es sind  -wenn es um Hühner geht-  gerade jene Unternehmen mit Außenauslauf, die besonders anfällig für den Vogelgrippe-Virus sind. Biologische Betriebe mit Außenauslauf und somit auch Hobbyhalter mit Außenauslauf sind 11 Mal häufiger anfällig als Betriebe, die ihren Tieren keinen Außenauslauf ermöglichen.

 

Auswirkungen auf die Gesundheit
Jeder Virus hat eine andere Wirkung auf die Gesundheit des Infizierten. Inwieweit ein Anwohner ein zusätzliches Risiko in der Nähe der Intensivtierhaltung hat, ist (noch) nicht in der Literatur zu finden.